Kudelski bleibt Partner von Premiere
Der Schweizer Konzern Kudelski bleibt vorerst weiter zuständig für die Verschlüsselung des deutschen Bezahlsenders Premiere. Kurzfristig waren Zweifel an der fortgesetzten Zusammenarbeit der beiden Unternehmen aufgekommen, nachdem Premiere erfolgreiche Hackerangriffe auf das vom Lausanner Konzern entwickelte Verschlüsselungssystem mitgeteilt hatte. In Folge war das Gerücht aufgekommen Premiere wolle von Kudelski zum britischen Konkurrenten NDS wechseln.
Wie Premiere mitteilte, soll es laut einem Gutachten des TÜV Rheinland kriminellen Hackern gelungen sein, mit modifizierten Digital-Empfängern Pay-TV-Programme illegal zu empfangen. Der Sender geht davon aus, dass die im Ausland hergestellten Empfänger mittlerweile in größerem Umfang in Deutschland verkauft würden. Diese Entwicklung soll den Geschäftsverlauf seit dem Weihnachtsgeschäft und somit auch das Wachstum von Premiere beeinflusst haben. Aus diesem Grund werde ab dem 2. Quartal 2008 eine neue Smartcard-Generation eingeführt, mit der diese Sicherheitslücke geschlossen werden soll.
Da die Karten von Kudelski an Premiere vermietet wurden, müsse der Schweizer Konzern für den Austausch aufkommen, wenn es zu viele Schwarzseher gebe. Wie Finanzchef Mauro Saladini gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verlauten liess, soll der Austausch die Kudelski-Gruppe weniger als 10 Millionen Franken kosten. Dies liege im Rahmen der normalen Geschäftsplanung und werde nicht zu Sonderkosten führen.
Dennoch muss Kudelski mit ausserordentlichen Kosten rechnen, da Premiere über Schadenersatzansprüche verhandeln will. Juristische Schritte seien aber nicht vorgesehen. Dies teilte ein Sprecher von Premiere in München mit.
Die Börse reagierte negativ auf diese Neuigkeiten und strafte die Kudelski-Aktie deutlich ab.
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