Live aus San Francisco: Grund für Oracles Kaufrausch enthüllt!

Uhr | Aktualisiert
von fgr@netzwoche.ch
Die Oracle Open World in San Francisco ist ein Event der Sonderklasse: 42'000 Teilnehmer haben sich für die über 1600 Sessions der Veranstaltung registriert – das entspricht einer mittleren Schweizer Stadt. Für den Schweizer Besucher etwas gewöhnungsbedürftig ist der Event-Beginn mit der Nationalhymne, aber schliesslich war gestern mit Veteran’s Day auch ein Feiertag in den USA. Die diesjährige Veranstaltung selbst steht im Zeichen zweier Jubiläen. Zum einen handelt es sich um die zehnte Durchführung der Hauskonferenz, zum anderen feiert Oracle dieses Jahr den dreissigsten Geburtstag. Ausgiebig gefeiert wurde letzteres am Vorabend mit einem speziellen Anlass. CEO Larry Ellison und CFO Safra Catz führten das Publikum mit vielen Anekdoten durch den „Sunday Night Live“. Am Montag ging es dann wieder ernster zu und her. Das Programm präsentierte sich sehr dicht: Der Veranstaltungstag startete um 8 Uhr 30 mit der ersten Keynote von Oracle-Präsident Charles Phillips und endete erst um 19 Uhr mit jener von Senior Vice President Andy Mendelsohn. Angesichts von 42 Firmenübernahmen in den letzten Jahren stellte Phillips selbst die Frage, die sich viele stellen: Wieso dieser Kaufrausch? Um Komplexität zu reduzieren, so seine einfache Antwort. Die Komplexität der Umgebungen sei heute eines der grössten Probleme in der IT, so Phillips. Oracle will mit der Zusammenführung verschiedener Produkte unter einem Dach zur Verringerung der Zersplitterung beitragen. Das Motto dazu lautet: „kompletter, besser integriert, offene Standards“. Entsprechend steht auch Oracles Application Integration Architecture (AIA) im Zentrum der Aufmerksamkeit an dieser Open World. Selbstverständlich gehört auch die Präsentation neuer Produkte zu einer Hauskonferenz. Neben Produkten wie der Virtualisierungslösung Oracle VM und der Produkt-Lifecycle-Management-Applikation Agile PLM lag der Fokus gestern klar auf 11g, der neuen Version von Oracles Datenbank. „Was kann man nach dreissig Jahren noch Neues in einer Datenbank bringen?“, fragte Andy Mendelsohn ins Publikum. Nun, Oracle ist noch einiges eingefallen: 11g versteht sich auf eine Reihe neuer Formate wie 3D- und RFID-Informationen sowie dem Medizinaldatenstandard DICOM. Zudem wird die Unterstützung von XML ausgeweitet. Darüber hinaus bringt 11g neue Partitionierungsmöglichkeiten, eine bessere Datenkompression und eine Art Information Lifecycle Management für Datensätze. Für morgen stehen Keynotes zu den Themen Middleware und Applikationen (also CRM, ERP, E-Business-Suite und dergleichen) auf dem Programm. Übrigens: Auch Oracle hat inzwischen die Blogger entdeckt. Zum ersten Mal wurde dieses Jahr auch die Blog-schreibende Zunft zur Open World eingeladen.