OpenAIs neues Sprachmodell nutzt Computer präziser und befolgt Beschränkungen besser
Unter dem Namen GPT-6 Astra stellt OpenAI ein neues grosses Sprachmodell vor. Laut dem Hersteller punktet es bei Genauigkeit und Sicherheit der Computernutzung und bei komplexer Softwareentwicklung. Unabhängige Vergleiche mit anderen KI-Modellen sind indes durchzogen.
"GPT-6 Astra" heisst der neueste Wurf des KI-Unternehmens OpenAI. Das Sprachmodell stelle "einen Generationssprung bei den Fähigkeiten dar", gibt sich der Hersteller in einer Mitteilung überzeugt. Demnach besserte OpenAI im Pre-Training, Reinforcement Learning und Alignment nach.
Effizienter, vorsichtiger, gehorsamer
Etwas konkreter soll GPT-6 Astra etwa bei der Computernutzung Fortschritte gemacht haben. Das Modell erziele eine höhere Computer-Use-Performance und benötige dabei über 40 Prozent weniger Zeit pro Aufgabe als GPT-5.6 Sol, schreibt OpenAI unter Berufung auf Latenzsimulationen mit dem Offline-Subset von OSWorld 2.0.
Auch in der Softwareentwicklung sei Astra effizienter geworden: Insbesondere bei komplexen Aufgaben in realen Codebasen erziele das Modell stärkere Ergebnisse, schreibt OpenAI. Bei delegierten Aufgaben verspricht der Hersteller mehr Verlässlichkeit: Astra versteht demnach Nutzerintentionen deutlich besser, führt Aufgaben sorgfältiger aus, hält Auftragsbeschränkungen ein und kommuniziert transparent. "Astra nutzt den Kontext, um Lücken bei Routineaufgaben zu schliessen und stellt gezielt Rückfragen, wenn die Antwort das Ergebnis beeinflussen könnte. Bei folgenreichen Entscheidungen wartet das Modell auf weitere Eingaben", fügt OpenAI hinzu.
Schliesslich hebt der KI-Konzern die mit Astra erzielten Fortschritte in wissenschaftlicher Forschung und die verbesserten Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit hervor. Letztere, merkt OpenAI an, machten auch zusätzlich Schutzmassnahmen erforderlich. Gemäss dem von OpenAI selbst entwickelten Preparedness Framework erreicht Astra die Einstufung "Critical".
Durchzogenes Bild
Das von OpenAI gezeichnete strahlende Bild trübt sich beim Durchlesen unabhängiger Vergleiche etwas ein. "Der Standard" etwa stellt fest, dass auf dem umfangreichen KI-Benchmarkportal "Artificial Analysis" GPT-6 Astra nur auf dem 5. Gesamtplatz erscheint, hinter drei Modellen von Anthropic und dem aktuellen Muse Spark 1.3 von Meta. "Requesty.ai" hebt den Score-Wert von Astra hervor und stellt fest, er liege gleichauf mit OpenAIs Vorgängermodell GPT5.6 Sol, dafür koste Astra 2,5 mal mehr.
Positiv hebt Artificial Analysis Astras effizienteren Tokenverbrauch hervor sowie die Tatsache, dass das Modell deutlich weniger halluziniere. Und tatsächlich attestieren auch unabhängige Tests dem neuen OpenAI-Modell vielversprechende mathematische Fähigkeiten.
Aktuell hat OpenAI GPT-6 Astra nur einem Kreis ausgewählter Kunden freigegeben. In den kommenden Wochen rollt das Unternehmen die Verfügbarkeit aus, sodass auch kostenpflichtige ChatGPT-Abonnenten es nutzen können.
Lesen Sie auch: Im Sommer 2026 hackten sich autonome KI-Agenten von OpenAI während eines Tests in die KI-Plattform Hugging Face. Nach diesem Vorfall will OpenAI offenbar eine KI-Notbremse einbauen. Das Unternehmen entwickelt automatische Abschaltfunktionen und will zudem seine KI-Systeme künftig genauer überwachen.
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