Heizen mit Rechenzentren

Infomaniak gewinnt Green Business Award

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von Julia Meyer und jor

Der diesjährige Green Business Award geht an das Genfer Rechenzentrum D4 von Infomaniak. Die Jury überzeugte insbesondere das System, mit dem Infomaniak die gesamte Abwärme der Server ins Genfer Fernwärmenetz einspeist.

Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Präsidentin der Jury, überreicht Infomaniak den Green Business Award 2026. (Source: zVg)
Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Präsidentin der Jury, überreicht Infomaniak den Green Business Award 2026. (Source: zVg)

Der Green Business Award zeichnet Unternehmen aus, die es schaffen, positiven Einfluss auf die Ökologie mit ökonomischem Erfolg zu verbinden. Dieses Jahr geht der Preis an Infomaniak, wie der Veranstalter Green Business mitteilt. Der Hoster leite die produzierte Wärme der Server in seinem Rechenzentrum D4 ins Fernwärmenetz der Stadt Genf. Die erzeugte Wärme reiche im Winter aus, um 6000 Haushalte zu heizen.

Das Rechenzentrum D4 komme mit drei geschlossenen Luft- und Wasserkreisläufen aus und benötige dadurch keine externe Wasserversorgung für die Kühlung. Klassische Rechenzentren seien auf Kühlsysteme angewiesen, die viel Wasser verbrauchen. 

Infomaniak habe die Dokumentation seines Rechenzentrums vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veräffentlicht. Damit könnten andere Betreiber das Konzept übernehmen, was die Jury zusätzlich überzeugt habe. 

"Mit D4 wird digitale Infrastruktur Teil der lokalen Energieversorgung", sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland. "Die Wärme entsteht beim Betrieb ohnehin - Infomaniak macht sie für die Bevölkerung nutzbar. Das zeigt sehr konkret, wie sich eine ökologische Herausforderung in einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert verwandeln lässt."

 

Infomaniak hat übrigens eine ungewöhnliche Governance-Struktur. Eine Stiftung hält die Mehrheit der Stimmrechte und soll die Unabhängigkeit des Unternehmens sichern. Wie das Modell funktioniert, erfahren Sie hier

Im August 2026 gab der Hoster bekannt, an die Schweizer Börse gehen zu wollen, um schneller zu wachsen. Dabei will das Unternehmen seine Unabhängigkeit und die Kontrolle durch die Stiftung sicherstellen.

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