Murdoch unter Hacker-Verdacht

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Vivendi-Tochter Canal Plus Technologies wirft der NDS Group, einer Tochter von Rupert Murdochs NewsCorp, vor, die Canal Plus-Smart Card geknackt und den Code seiner US-Firma NDS America Inc. übermittelt zu haben. Canal Plus hat deshalb vergangenen Dienstag in San Jose Klage gegen Murdoch wegen unlauterem Wettbewerb eingereicht und fordert eine Milliarde Dollar Schadensersatz. Gemäss Canal Plus-Pressemitteilung habe die NDS grosse Geldsummen und umfangreiche Mittel aufgewendet, um den Code der digitalen TV Smart Card von Canal Plus zu extrahieren und ihn anschliessend auf einer Website bereitzustellen, die von Fälschern frequentiert werde. Durch das hohe Aufkommen gefälschter Smart Cards sei ihr ein Schaden von über einer Milliarde Dollar entstanden, schätzt Canal Plus. NDS reagierte noch am selben Tag auf die Anschuldigungen und bezeichnete diese als geschmacklos und unhaltbar. An den zahlreich genutzten geknackten Canal Plus-Smart Cards sei nicht die NDS schuld, konstatiert NDS Präsident und CEO Abe Peled, sondern deren minderwertige Technologie. Zwar würden die Smart Cards der Konkurrenz per Reverse Engineering analysiert, räumte NDS in der Pressemitteilung vom 12. März ein, die Ergebnisse würden jedoch nie veröffentlicht. Die Ereignisse hatten auch auf den Westschweizer Technologiekonzern Kudelski respektive deren Aktienkurs negativen Einfluss. Kudelski Firmenchef André Kudelski gab gegenüber der SDA an, der Rechtsstreit zwischen Canal Plus und NDS dürfte für das Nachlassen der Kudelski-Aktien von insgesamt rund 9,5 Prozent am Dienstag und Mittwoch mitverantwortlich sein. Im Endeffekt glaubt Kudelski, dürfte sich die Canal Plus-Klage positiv auf den Markt auswirken und auch den Kudelski-Titeln wieder Kursgewinne bescheren.