MyDoom am Ziel: Schachmatt für SCO-Webseite
Gestern Sonntag wurde die Webseite der SCO-Gruppe wie angekündigt vom MyDoom-Wurm angegriffen und lahmgelegt: Die Seite www.sco.com ist auch heute Montagmorgen nicht erreichbar. Alle mit MyDoom infizierten Rechner griffen massiv auf die Webseiten der SCO-Gruppe zu und trieben sie ins Aus. Betroffen sind unter anderem auch ftp.sco.com, www.caldera.com und ftp.caldera.com, die auf die gleichen IP-Adressen zeigen.
Techniker der SCO-Gruppe gehen davon aus, dass die Angriffe während der kommenden zwei Wochen andauern werden. Das Unternehmen prüfe zurzeit einen kurzfristigen Ausbau seiner Hosting-Infrastruktur, um die Angriffe ins Leere laufen zu lassen.
Obwohl bereits 500'000 US-Dollar Kopfgeld auf den Autor/die Autoren des Wurms ausgesetzt wurden, fehlt bislang jegliche Spur. Die Ermittlungen gehen zwar davon aus, dass die ersten Exemplare des Wurms in Russland aufgetaucht sind, doch lasse diese Tatsache keine Rückschlüsse auf die Nationalität des Autors zu. Obwohl der Wurm keinen direkten Schaden anzurichten scheint, warnt das BSI, das Deutsche Bundesamt für Informatik, vor unsichtbaren Nebenwirkungen: Es werde eine Hintertür (Backdoor) auf dem Rechner eingebaut. Über diese könne ein Angreifer zu einem späteren Zeitpunkt nahezu unbemerkt Zugriff auf den Rechner erlangen und weitere Aktionen durchführen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Angreifer oder Trittbrettfahrer diese Hintertür ausnutzten werden, um Dateien zu löschen, geheime Daten auszulesen oder über den Rechner Angriffe auf weitere Anwender durchzuführen.
Virenexperten gehen inzwischen davon aus, dass die A-Variante über ein so genanntes IRC-Botnet freigesetzt wurde. Über solche Botnets können Programme auf Tausenden von Rechnern gleichzeitig aktiviert werden – ein Faktor, der MyDoom zu einem speziell guten Start verholfen haben könnte. Die vor kurzem entdeckte B-Variante des Schädlings hingegen verbreitet sich kaum und sein Angriffsziel, die Webseiten von Microsoft, sind nach wie vor erreichbar.
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