New Economy: Entlassungen allenthalben
Der Lack von Silicon Valley, Dot-coms und New Economy blättert ab: Eben noch die boomende Industrie, entlassen mehrere Unternehmen heute grosse Teile ihrer Belegschaft. Bereits gestern wurde gemeldet, dass die Deutsche Softwareschmiede Intershop einen Drittel ihrer Arbeitsplätze in den USA abbauen will. Dies betrifft 80 von 256 Stellen. Die Entlassung von mehr als einem Drittel des gesamten Personals plant Emusic. 36% der Belegschaft sollen den Online-Musikhändler verlassen, inklusive dreier Manager (CFO, COO und ein Vizepräsident). Die Führungsstellen werden nicht neu besetzt sondern von den anderen Geschäftsleitungsmitgliedern übernommen. Ziel des Stellenabbaus ist es, die Kostenentwicklung in den Griff zu kriegen. CEO Gene Hoffmann macht neben dem Rückgang von Onlinewerbung explizit Napster für die Probleme seiner Firma verantwortlich. Betroffen von der Kündigungswelle sind auch die Angestellten von Hardwarefirmen: Motorola veröffentlichte Pläne zur Stilllegung eines Handy-Werkes in Harvard, Illinois, und damit zur Reduktion seines Mitarbeiterbestandes um 2500 Beschäftigte. Dies sind zwei Prozent der insgesamt 130.000 Jobs des Techkonzerns. Motorolas Anteil am Handy-Weltmarkt ist im letzten Jahr weiter gesunken. Ebenfalls durch Entlassungen Kosten sparen will 3Com. Nach enttäuschenden Zahlen für das zweite Geschäftsquartal will 3Com gemäss COO Bruce Claflin alle Arbeitsabläufe und Ressourcen streichen, die nicht unmittelbar zur Steigerung der Effizienz und Geschwindigkeit sowie zu grösseren Gewinnen beitragen. Auf diese Weise hofft 3Com, 200 Millionen Dollar pro Jahr einsparen zu können. Wie viele Stellen der 11.500 Arbeiter starken Belegschaft mit der Kündigung rechnen müssen, hat die Geschäftsleitung nicht bekannt gegeben.
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