Oracle bezichtigt SAP des Software-Diebstahls

Uhr | Aktualisiert
von mfr@netzwoche.ch
Oracle hat gestern in San Francisco eine Betrugsklage gegen den deutschen Konkurrenten SAP eingereicht. Oracle wirft SAP vor, mit Hilfe von Zugangsdaten und Passwörtern von Oracle-Kunden urheberrechtlich geschützte Dateien von Oracle-Servern heruntergeladen zu haben. SAP will zurzeit zu diesem Vorwurf kein Kommentar abgegeben, wie ein SAP-Sprecher heute Freitag in Walldorf sagte. Gemäss Oracle haben Mitarbeiter der SAP-Tochter Tomorrow Now in den USA die Zugangsdaten von abgeworbenen Oracle-Kunden genutzt, um Updates und Patches zu Oracle-Produkten herunterzuladen. Tomorrow Now habe ehemaligen Oracle-Kunden günstige Wartungsdienste für deren noch eingesetzte Oracle-Software angeboten, wenn sie den Daten-Download ermöglichen würden. Oracle gab an, erstmals im November 2006 über sprunghaft gestiegene Download-Aktivitäten auf den Support-Servern der Töchter Peoplesoft und J.D. Edwards gestossen zu sein. Die Log-Daten konnten zu Computern von Tomorrow Now in Texas zurückverfolgt werden. Tomorrow Now, 1998 von Peoplesoft-Mitarbeitern gegründet, bot ursprünglich Wartungsdienste für Peoplesoft-Programme an. Der Kauf des Unternehmens erleichterte SAP, ihr so genanntes Safe-Passage-Programm aufzulegen. Dieses Programm richtet sich an Nutzer der Software von Unternehmen, die von Oracle übernommen wurden, und bietet beim Wechsel auf SAP-Anwendungen neben technischer Unterstützung auch Rabatte und Finanzierungen. Oracle fordert von SAP Schadenersatz in noch unbekannter Höhe wegen Verletzung der Lizenzbedingungen und Verletzung des Urheber- und Wettbewerbsrechts.