Samsung-Hardware kostet Apple weniger als Samsung selbst
Die Patentklage von Apple gegen seinen Hardware-Lieferanten Samsung hat für Aufsehen gesorgt. Während Samsung eine Gegenklage vorbereitet, sind weitere Details zur Geschäftsbeziehung durchgesickert. Diese lassen den Rechtsstreit in einem neuen Licht erscheinen.
"In der Wahl seiner Feinde kann der Mensch nicht vorsichtig genug sein", sinnierte der irische Schriftsteller Oscar Wilde vor über einem Jahrhundert. Steve Jobs scheint diese Warnung überhört zu haben: Obwohl Apple 2010 von Samsung Prozessoren, Speichermodule und LCDs im Wert von rund 7,8 Milliarden US-Dollar erworben hat, zehrt der Konzern seinen Geschäftspartner vor Gericht.
Dummheit oder kalkulierbares Risiko?
Die Galaxy-Reihe würde iPhone und iPad zu sehr ähneln, so Apple, das Samsung unfairen Wettbewerb und die Verletzung von Patenten vorwirft. Die Koreaner reagierte sofort: "Apple ist einer unserer besten Kunden im Halbleiter- und Display-Geschäft. Trotzdem bleibt uns keine andere Wahl, als scharf zu reagieren."
War die Patentklage also einen Schuss in den Ofen, der sich als Bumerang erweisen wird? Neue Details über die Verträge zwischen Apple und Samsung deuten eher auf ein kalkulierbares Risiko hin.
Apple ist vertraglich abgesichert
Marktbeobachter scheinen nicht davon auszugehen, dass die diffizile Geschäftsbeziehung zwischen Apple und Samsung aufgrund der Klage leiden wird. Die Financial Times erklärt dies wie folgt: Apple habe sich vertraglich zusichern lassen, dass die Chip-Sparte von Samsung keinerlei Informationen über die für iOS-Geräte produzierten Komponenten an seinen Mutterkonzern weiterleitet.
Pikant: Laut der Zeitung bezieht Apple so viel Hardware und Know-How von Samsung, dass das Unternehmen einige Komponenten gar kostengünstiger bekomme als die hausinterne Handy-Sparte von Samsung. Dies habe Apple seinem Status als Grossabnehmer zu verdanken, so die Financial Times in ihrem Bericht.
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