Jetzt hat auch die Energiebranche ein SCION-Netz
Schweizer Energie- und Telekommunikationsunternehmen starten das "Secure Swiss Utility Network". Das auf dem SCION-Protokoll basierende Datennetz soll kritische Infrastrukturen besser vor Cyberangriffen schützen. Beteiligt sind unter anderem Anapaya, Sunrise und Swisscom.
Ein Zusammenschluss mehrerer Schweizer Telkos und Energieunternehmen hat das "Secure Swiss Utility Network" (SSUN) gegründet. Wie der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) mitteilt, handelt es sich dabei um ein sicheres Netzwerk zum Schutz wichtiger Datenströme im Energiesektor.
Das SSUN biete eine isolierte und zuverlässige Infrastruktur, die den kontinuierlichen Betrieb gewährleiste, heisst es weiter. Wichtig ist dies laut dem Verband angesichts der steigenden Zahl von Cyberangriffen und der wachsenden Komplexität des Energiesystems aufgrund der Digitalisierung, erneuerbarer Energien und Elektromobilität.
Das Netzwerk basiert auf dem SCION-Protokoll (Scalability, Control and Isolation On Next-Generation Networks), das an der ETH Zürich entwickelt wurde und bereits im Gesundheitswesen, im Finanzwesen und in der Verwaltung eingesetzt wird. Es ermöglicht eine präzise Kontrolle des Datenflusses und einen besseren Schutz vor DDoS- oder Routing-Angriffen. Die gesamte Infrastruktur wird in der Schweiz gehostet, was laut VSE Souveränität und Vertraulichkeit gewährleiste.
Verpflichtend bis 2030
Das SSUN wurde von einer Taskforce im Rahmen eines Auftrags des VSE entwickelt, wie dieser weiter schreibt. Es ermöglicht eine sichere Verbindung zur nationalen Datenplattform Energie Schweiz. Anlässlich der Lancierung präsentierten die beteiligten Unternehmen mehrere Anwendungsfälle, darunter der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Integration über Glasfasernetze oder die Kombination mit anderen Cybersicherheitslösungen.
Die Verwaltung des SSUN wird gemeinsam von den Gründungspartnern – darunter Anapaya, Axpo, Cyberlink, Litecom, Sunrise und Swisscom – übernommen. Die Zugangsbedingungen und Pflichten der Betreiber werden gemeinsam festgelegt, um Transparenz und die Einhaltung der nationalen Cybersicherheitsziele zu gewährleisten.
Laut VSE können Unternehmen bereits jetzt ihre Dienste migrieren. Die Anbindung an das SSUN wird bis 2030 schrittweise für alle Geschäftspartner, die mit der nationalen Datenplattform verbunden sind, obligatorisch werden.
Mehr über SCION und wie die Technologie ihren Durchbruch schaffen soll, erfahren Sie im Interview mit Anapaya-chef Martin Bosshardt .
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