SAP will mehr Geld für Software-Wartung – DSAG aufgeschreckt
Ab 2009 soll der seit Frühjahr für Neukunden eingeführte SAP Enterprise Support für sämtliche Kunden gelten. Dies bedeutet eine stufenweise Erhöhung der Support-Gebühren von 17 auf 22 Prozent innerhalb von vier Jahren. Das neue Angebot entspreche den gestiegenen Anforderungen serviceorientierter Architekturen (SOA) und der zunehmenden Verbreitung unternehmensübergreifender Geschäftsnetzwerke, schreibt SAP in ihrer gestrigen Pressemitteilung. Zudem verspricht SAP mehr Leistung. Fraglich ist, ob diese von den mittelständischen Kunden auch wirklich gebraucht werden. „Für den Grossteil der mittelständischen Unternehmen könnte der Enterprise Support überdimensioniert sein“, gibt etwa Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), zu Protokoll. Zusammen mit der SAP hat die DSAG nun eine Workshop-Reihe aufgesetzt, um herauszufinden, inwiefern sich der Enterprise Support gegenüber dem bisherigen Standard Support bezahlt macht. Erste Ergebnisse sollen zum DSAG-Jahreskongress in Leipzig vom 23. bis 25. September 2008 präsentiert werden. Zu erwarten ist also, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Bereits bei der der Preisgestaltung für Grosskunden („Large Enterprise“) ist SAP seinerzeit nicht an den Anliegen der DSAG vorbeigekommen. Hier hatte die DSAG gemäss eigener Darstellung erwirkt, dass der Support-Aufwand nicht linear sondern degressiv zum Vertragswert verläuft.
Von der neuen Support-Regelung betroffen ist ein Grossteil der SAP-Kunden. Finanzanalysten erwarten bereits fürs kommende Jahr bei SAPs Wartungserlösen Mehreinnahmen von bis zu 200 Millionen Euro. Geld, das SAP braucht, um die den Aktionären mittelfristig in Aussicht gestellte operative Marge von 35 Prozent zu erreichen. Zum Vergleich: 2007 schaffte SAP eine Bruttorendite von 27,3 Prozent.
Florian Maurer
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