Medienanlass bei Rolic

Sichere Banknoten dank Flüssigkristallen

Uhr | Aktualisiert

Das Basler Technologieunternehmen Rolic hat an einem Medienanlass eine Technologie vorgestellt, die Banknoten sicher machen soll.

Was macht eigentlich das Basler Technologieunternehmen Rolic? Eine Frage, die wohl nur wenige Nicht-Basler richtig oder vollständig beantworten würden. Dies war wohl auch einer der Gründe für das Unternehmen, heute Dienstag zu einem Medienanlass einzuladen und seine drei Standbeine "Security", "Displays" und "Organic Elektronics" vorzustellen, für die Rolic Basistechnologien liefert.

Organische Elektronik, wie sie auf gut Deutsch heisst, ist das jüngste Standbein - es existiert seit 2013. Dahinter steht die Technik organischer Leuchtdioden, sogenannten OLEDS. Diese werden heute primär in Bildschirmen von Smartphones und Tablets eingesetzt, seit Kurzem auch für Fernsehgeräte. Die OLEDS der Zukunft sollen unter anderem auch für Raum- oder Innenbeleuchtung von Möbeln eingesetzt werden, sagte Bereichsleiter Bernhard Sailer. Zudem sollen OLED-Bildschirme der Zukunft leichter, energiesparender und dünner sein als bisher.

Empfindlich gegen Wasser

Diese Bildschirme, beziehungsweise die OLEDS selbst, haben aber auch einen Schwachpunkt: Sie reagieren sehr empfindlich auf den Kontakt mit Wasser, wie Sailer weiter erklärt. Wassereinwirkung führe dazu, dass ein OLED-Bildschirm innert Stunden schwarze Flecken aufweise und schliesslich ganz schwarz werde.

Dies lässt sich verhindern und zwar mit einer hauseigenen Technologie, wie die Referenten heute Vormittag mehrmals betonten. Die Rede ist von der sogenannten LCMO-Technologie, die laut CEO Robert Münzel "einzigartig" ist. Die Patente auf dieser Technologie halte Rolic selbst, so Münzel. LCMO ist eine Flüssigkristalltechnologie, mit der sich eine Schutzschicht mittels Licht – also ohne mechanische Einwirkung – auftragen lässt, wie Benno Rechsteiner, Bereichsleiter für Displays, erklärte. Mit so einer Schutzschicht können OLED-Bildschirme vor Wasser geschützt werden.

Sichere Banknoten

Diese LCMO-Technologie kommt aber nicht nur bei OLED-Bildschirmen zum Einsatz, sondern überall, wo dünne Beschichtungen gefragt sind – beispielsweise beim Markenschutz für Pharmaprodukte, Luxusgütern sowie im Hochsicherheitsmarkt, also bei Ausweisdokumenten oder Banknoten. Gerade bei Banknoten soll die Beschichtung sicherstellen, dass echte von falschen Exemplaren unterschieden werden können – sei es mit blossem Auge oder mit Hilfsmitteln.

Die Beschichtung sieht aus wie eine silbern glänzende Oberfläche, die je nach Lichteinfall in einer anderen Farbe schimmert oder unter einem Filter eine neue Struktur aufweist, die mit blossem Auge nicht erkennbar ist. Dabei handelt es sich aber nicht um Hologramme, wie Ulrich Walter, Bereichsleiter "Security", betonte. "Ein klassisches Hologramm sieht man im Dunkeln nicht mehr. Das Produkt unserer Technologie hingegen schon." Das stimmt auch, wie ein kurzer Test heute Morgen mit einer entsprechend beschichteten Banknote bewiesen hat.

Ein Kleiner unter Grossen

Nach dem Anlass ist klar: Rolic, ein 80-Mann-Unternehmen in Allschwil, ist gut vernetzt und kann dank guten Partnern mit den ganz Grossen mithalten. Zumindest betonten das die Referenten bei jeder sich bietenden Gelegenheit – sicher auch zu Recht. Dennoch: Etwas weniger Marketing hätte sicher nicht geschadet. Die Ausführungen und der anschliessende Rundgang durch die Labors waren schon so beeindruckend genug.

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