Stellt AOL Netscape aufs Abstellgleis?

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Was in der Szene gemunkelt wurde, hat sich jetzt zum Teil bewahrheitet: Nach dem Vergleich zwischen AOL und Microsoft Ende Mai wird die Weiterentwicklung des Netscape-Browsers zwar nicht eingestellt, doch auf ein neues Fundament gestellt. So wird AOL der Stiftung der Mozilla.org-Gruppe, welche die Weiterentwicklung des Open-Source-Browsers beaufsichtigt, 2 Millionen Dollar spenden. Weitere 300000 Dollar kommen vom Lotus-Gründer Mitch Kapor, der zugleich als Vorsitzender der Mozilla Foundation amtet. AOL selber beteuert zwar, die Unterstützung der gegenwärtige Versionen von Netscape und den Betrieb des gleichnamigen Webportals sowie den Brand aufrecht erhalten zu wollen. Zur Finanzierung der technologischen Weiterentwicklung des Browsers ist man aber offensichtlich nicht mehr bereit: So sollen 50 Netscape-Entwickler, das entspricht 10 Prozent aller Netscape-Beschäftigten, den blauen Brief erhalten. 1998 hatte AOL Netscape für 4,2 Milliarden Dollar übernommen. Ein stolzer Betrag für einen stolzen Brand: Immerhin gilt Netscape als Inbegriff des Internetzeitalters. Dass nun der Kern von Netscape, die Browsertechnologie, nach einem Abstecher in die kommerziellen Sphären inklusive Börsengang und Übernahme zurück in den Schoss der Open-Source-Community von Mozilla gefunden hat, ist nicht weniger symbolträchtig. Auf dem Desktop spielt der Netscape-Browser indes schon länger kaum mehr eine Rolle. So hat die jüngste Nutzer-Erhebungen von Google ergeben, dass Konkurrent Microsoft inzwischen einen Marktanteil von 90 Prozent erreicht.