Sunrise steigert Kundenzahl und Gewinn und ruft nach neuem Fernmeldegesetz
Sunrise konnte seine Kundenzahl 2008 steigern musste allerdings Einbussen beim Umsatz hinnehmen. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 1,856 Milliarden Franken. Als Grund gibt Sunrise die Konzentration auf die Kernaufgaben an, in dessen Rahmen der Telko seine Geschäftskundeneinheit SBC verkaufte. Im ersten Halbjahr steuerte SBC noch 40 Millionen Franken zum Gesamtumsatz bei. Um 8,8 Prozent auf 185 Millionen Franken gestiegen ist hingegen der Reingewinn.
Die neue Gesamtkundenzahl gibt der Telekomanbieter mit 2,86 Millionen an, ein Plus von 26 Prozent. Dieses starke Wachstum ist zum grössten Teil auf die Übernahme von Tele2 im November zurückzuführen. Die Akquisition wurde per 1. Februar 2009 abgeschlossen. Aber auch ohne die Tele2-Kunden hätte mit 165'000 Neukunden noch ein Plus von 7,3 Prozent resultiert. Zum Jahresende zählte Sunrise über 1,77 Millionen Mobilkunden (plus 15,9 Prozent) und 730’000 Festnetzkunden (59,7 Prozent). Dazu gesellen sich 325’000 Breitbandkunden (plus 40,1 Prozent).
Als Grundlagen für das starke Wachstum im Breitbandmarkt nennt Sunrise neben der Akquisition von Tele2 den Ausbau auf der Letzten Meile. Insgesamt habe man die Investitionen 2008 um 8,5 Prozent auf 205 Millionen Franken gesteigert. Das Geld floss mehrheitlich in den Ausbau des Breitband-, Glasfaser- und Mobilfunknetzes. 153 Ortszentralen hat der Telko bis Ende 2008 erschlossen, was 30 Prozent aller Schweizer Haushalte die Möglichkeit gibt, „entbündelte“ Produkte zu beziehen. 28’800 Kunden hätten Ende Januar 2009 von Sunrise einen ADSL2+-Anschluss bezogen. Bis Ende 2009 will Sunrise 80 Prozent aller Haushalte abdecken.
Nicht zufrieden ist Sunrise über die Summe, die der Telko Swisscom überweisen musste. 334 Millionen Franken gingen 2008 für die Benutzung des Swisscom-Netzes an die ehemalige Monopolistin – zu viel, wie Sunrise betont.Die Preise seien nach wie vor „das Schlüsselhemmnis für die weitere Intensivierung des Wettbewerbs und der Hauptgrund für höhere Preise als im Ausland“. Sunrise fordert deshalb dringend eine Revision des Fernmeldegesetzes als positives Signal für private Investoren. Der regulatorische Rechtsrahmen und die zögerliche Liberalisierung seien denn auch ein Grund dafür, dass Sunrises Mutterkonzern TDC zusätzlich rund 600 Millionen Franken auf seine Tochtergesellschaft abschreibe, so Sunrise.
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