Swisscom senkt die Grosshandelspreise für DSL-Breitbandangebote deutlich

Uhr | Aktualisiert
von fgr@netzwoche.ch
Rückwirkend auf den 1. Januar müssen die über 20 Schweizer ISP, die von Swisscom das DSL-Breitbandangebot mieten, dafür deutlich weniger bezahlen: Swisscom senkt die Grosshandelspreise um 10 Prozent für die Anschlüsse und 40 Prozent für das Datenvolumen. Der meistgenutzte Anschluss mit einer Datenrate von 3500/300 kBits/s koste damit monatlich 28 Franken, rechnet Swisscom vor. Mit dem stark reduzierten Preis für die Datenvolumen wolle man „unter anderem der in den vergangenen Jahren gestiegenen Nutzung des Internets und den neuen Anwendungen Rechnung tragen“. So wolle man die Position der Internet Service Provider stärken, auch um ihre Position im Wettbewerb mit den Kablenetzbetreibern zu stärken, meint Swisscom-Sprecher Sepp Huber. Sunrise bezeichnet in einer Medienmitteilung die Preissenkung allerdings als „leicht“. Der Wiederverkauf von ADSL bleibe nach wie vor ein Verlustgeschäft für Sunrise und die anderen Anbieter. Zudem ist die Nummer zwei im Schweizer Telco-Markt der Meinung, die Preissenkung geschehe aufgrund eines drohenden Entscheids der Weko wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung im Breitbandbereich. In nächster Zeit, sei mit einem Entscheid eines seit Jahren bei der Weko hängigen Verfahrens zu rechnen. Huber widerspricht dem: Man habe in den letzten Jahren laufend vor allem die Bandbreiten erhöht und auch die Preise gesenkt, die aktuellen Massnahmen seien einfach ein Schritt mehr, sagte er gegenüber dem Netzticker. Der Blogger Fredy Künzler geht nicht davon aus, dass die Senkungen der Wholesale-Preise für die Endnutzer Auswirkungen haben. Weil das Wachstum bei den alternativen Providern 2007 nur zwei Prozent betragen habe, würden sich die meisten ADSL-Provider bis auf weiteres der höheren Marge erfreuen, schreibt er. Auch bei Swisscom ist derzeit keine Anpassung der Endkundenpreise vorgesehen, meint Huber.