Tele2 investiert in Mobilfunk und will eigenes Netz massiv ausbauen

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von mde@netzwoche.ch
Der neue Tele2-Chef Mats Tilly will in der Schweiz in Zukunft vor allem in den Mobilfunk investieren. Ziel ist eine Abdeckung von 60 Prozent der Bevölkerung und per 2013 eine Kundenzahl von einer Million. Dies sagte Tilly gestern an einer Medienkonferenz. Bisher hat sich Tele2 in der Schweiz vor allem auf Billigangebote im Festnetz und auf den Wiederverkauf von Breitbandangeboten konzentriert. Doch für Tilly ist dieser Markt hierzulande wenig profitabel. Die momentane Lage in der Schweiz schrecke zudem vor Investitionen in Entbündelungsangebote ab, erklärte Tilly. Diese Neupositionierung passt in die Strategie des Mutterhauses: Tele2 will sich aus Ländern, in denen sich der Aufbau einer eigenen Mobilfunk-Infrastruktur nicht lohnt, zurückziehen. So geschehen bereits in Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Belgien, Frankreich, Dänemark, Ungarn, den Niederlanden und Belgien. In der Schweiz hat Tele2 in den letzten beiden Jahren ein eigenes Mobilfunknetz in Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne aufgebaut. Dies soll nun also deutlich ausgebaut werden und auch die bevölkerungsreiche Agglomeration abdecken. Damit will Tele2 in Zukunft so weit es geht auf das Roaming-Abkommen mit Sunrise verzichten. Um Kunden für sich zu gewinnen, präsentierte Tele2 ein neues, einheitliches Billigangebot. Für 19 Rappen in der Minute können seit gestern sowohl Prepaid-Kunden als auch Abonnenten einheitlich in alle Netze telefonieren. Damit will sich Tele2 als Anbieter mit dem billigsten und einfachsten Angebot positionieren. Allerdings haben diese Tiefpreise auch ihren Haken: Bei jedem Gespräch wird eine zusätzliche Verbindungsgebühr von wiederum 19 Rappen verrechnet. Zudem müssen Prepaid-Kunden jeden Monat mindestens 10 Franken Guthaben aufladen, ansonsten verteuern sich Tarif und Verbindungsaufbaugebühr auf 25 Rappen.