KI-Assistentin "Pia" zieht ins Parlament ein
Das Schweizer Parlament bekommt eine eigene KI-Assistentin: "Pia" startet in einen einjährigen Pilotbetrieb. Sie soll bestehende KI-Tools bei besonders hohen Anforderungen an Datensicherheit und Datensouveränität ergänzen und wird von Swisscom in der Schweiz betrieben.
Das Schweizer Parlament startet im Herbst 2026 einen Pilotbetrieb mit der KI-Assistenz "Pia", was für "Parlamenti Intelligentia Artificialis" steht - auf Deutsch "Künstliche Intelligenz des Parlaments". Die Pilotphase soll rund ein Jahr dauern, wie die Parlamentsdienste mitteilen. Für das Projekt seien bis zu 150'000 Franken aus dem bestehenden IT-Budget der Parlamentsdienste vorgesehen.
Die KI-Assistentin soll andere KI-Anwendungen nicht ersetzen, sondern bestehende Tools ergänzen, wie es heisst. Ratsmitglieder, deren persönliche Mitarbeitende, Fraktionsmitarbeitende sowie Mitarbeitende der Parlamentsdienste können Pia "für Anwendungsfälle mit besonders hohen Anforderungen an Datensicherheit und Datensouveränität" nutzen.
Umsetzungspartner des Pilotprojekts ist laut Mitteilung Swisscom. Betrieb und Datenspeicherung erfolgen demnach "ausschliesslich durch Swisscom in der Schweiz". Die in Pia eingegebenen Daten würden zudem nicht für das Training von KI-Modellen verwendet. Damit trage die KI "den hohen Anforderungen des Parlaments an Datenschutz und Datensouveränität Rechnung", heisst es weiter.
Was Pia kann und was noch nicht
Die Nutzerinnen und Nutzer könnten bei Pia aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Open-Weight-Modellen wählen. Weitere Modelle sollen laufend hinzukommen. Aktuell eignen sich die verfügbaren Modelle gemäss den Parlamentsdiensten insbesondere für die Verarbeitung von Kommissionsunterlagen bis zur Klassifizierungsstufe "intern".
Noch sind die Möglichkeiten von Pia allerdings begrenzt: Eine umfassende Internetrecherche oder Abfragen aktueller Daten seien derzeit nicht möglich. Während der Pilotphase wollen die Parlamentsdienste deshalb evaluieren, wie KI die parlamentarische Arbeit sinnvoll unterstützen kann. Dazu wolle man die Nutzung der KI-Assistenz auswerten, mögliche Anwendungsbereiche prüfen und die Marktentwicklung beobachten.
Auf Grundlage dieser Evaluation werde dann entschieden, wie es nach dem Pilotbetrieb mit Pia weitergeht. Entscheidet sich das Parlament für eine dauerhafte Lösung, soll diese in einem Ausschreibungsverfahren beschafft werden.
Parallel zum Pilotbetrieb von Pia hat die Verwaltungsdelegation ausserdem ein Merkblatt zum verantwortungsvollen Umgang mit KI verabschiedet. Laut Mitteilung legt dieses die wichtigsten Grundsätze für den Einsatz von KI-Anwendungen im parlamentarischen Umfeld fest. Während der Herbstsession sollen zudem Spezialistinnen und Spezialisten für Fragen der Ratsmitglieder zur KI-Nutzung zur Verfügung stehen.
Auch die Mitarbeitenden der Stadt Zürich nutzen bereits einen KI-Assistenten. "ZüriA" verarbeitet alle Daten ausschliesslich innerhalb städtischer Rechenzentren. Lesen Sie hier mehr dazu.
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