Versteckspiel um HP-Chef Léo Apotheker
Im Verfahren des US-Softwarekonzerns Oracle gegen seinen Rivalen SAP wird ein weiteres Kapitel geschrieben: Ex-SAP-Chef Léo Apotheker drückt sich seit zwei Wochen erfolgreich vor seiner Vernehmung.
Der Softwarekonzern Oracle verlangt, dass Léo Apotheker als Zeuge im laufenden Industriespionageprozess gegen seinen alten Arbeitgeber SAP aussagt. Nur leider ist der jetzige CEO von HP momentan nicht auffindbar.
Seit seinem Amtsantritt am 1. November 2010 wurde er nicht mehr gesehen - nicht einmal in der Unternehmenszentrale im kalifornischen Palo Alto. Da die Zeugenvorladung in den USA persönlich übergeben werden muss, macht das Versteckspiel sogar Sinn. Die Übergabe muss innerhalb des gleichen Bundesstaates stattfinden, in der der Prozess geführt wird.
Laut Aussage von HP befindet sich Apotheker auf Antrittsbesuch bei Kunden und Mitarbeitern in aller Welt. Er soll schon in Texas, Massachusetts, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich gesichtet worden sein.
Hier wird auf Zeit gespielt, denn der halbe Prozess gegen SAP ist schon vorbei. Oracle-Anwalt David Boies: "Wir strengen uns mächtig an, ihn zu finden, und er strengt sich mächtig an, von uns nicht gefunden zu werden."
Oracle wirft dem SAP-Tochterunternehmen Tomorrow Now den Diebstahl von Daten vor, was SAP nicht mehr abstreitet. Jetzt geht es um die Höhe der Schadenssumme. SAP bietet 40 Millionen US-Dollar, doch Oracle verlangt 1,7 Milliarden Dollar.
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