Sunrise-CEO Christoph Brand verlangt Aufspaltung von Swisscom in Netze und Dienste
Sunrise-CEO Christoph Brand fordert in einem Interview mit der Handelszeitung die Aufspaltung von Swisscom in die Bereiche Dienste und Netze. Swisscom wäre damit gezwungen, ihre Kupfer- und Glasfasernetze in eine eigene Gesellschaft auszulagern und zu den gleichen Bedingungen zu nutzen wie die Konkurrenz. „Mit dieser funktionalen Trennung müsste Swisscom endlich transparent machen, zu welchen Preisen sie selbst auf die Infrastruktur zurückgreift. Das würde einen fairen Wettbewerb ermöglichen“, argumentiert Brand.
Wie er der Handelszeitung weiter sagte, habe Sunrise vor allem bürgerliche Politiker der CVP und FDP auf ihre Seite ziehen können. Die Lobby-Arbeit soll in den nächsten Monaten massiv intensiviert werden.
Die Idee einer Aufteilung der Ex-Monopolisten in Netze und Dienste wird in der EU durch die Medienkommissarin Viviane Reding unterstützt. Sie forderte Ende des letzten Jahres, dass bis 2009 das Gesetzesverfahren abgeschlossen und die neuen Regeln 2010 in Kraft treten sollen.
In der Schweiz wurde ein solcher Schritt bis anhin eher skeptisch betrachtet – auch von Sunrise. Gegenüber der Netzwoche meinte ein Sunrise-Sprecher vor gut einem Jahr zum Thema: „Der initiierte Infrastrukturwettbewerb, der Investitionen in unabhängige Netzte zum Ziele hat, würde damit eliminiert werden“. Genau dies kritisiert Swisscom-CEO Carsten Schloter denn auch in der Handelszeitung: Die Manager, die heute bei Sunrise für eine Trennung plädierten, hätten noch vor wenigen Jahren bei der Regulierung die gegenteilige Meinung vertreten, als sie an der Spitze von Swisscom waren. Brand war unter Schloters Vorgänger Jens Alder Chefstratege bei Swisscom. „Weil Sunrise nicht investieren will, möchte sie unser Unternehmen enteignen“, wehrt sich Schloter.
Politischer Zündstoff hat Brand nichtsdestotrotz geliefert. Ob allerdings der politische Wille für eine Durchsetzung vorhanden ist, wird sich zeigen. Auch bei der Revision des Fernmeldegesetzes hat sich das Parlament ausdrücklich für den Infrastrukturwettbewerb ausgesprochen.
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