25 Jahre WWW
Das WWW wird heute 25 Jahre alt. Erfinder Berners-Lee fordert zu diesem Anlass die Einführung einer "Magna Charta" für das Netz, die Freiheit und Sicherheit des Cyberspaces garantieren soll.
Heute vor genau 25 Jahren hat Tim Berners-Lee die erste Fassung einer Ideenskizze veröffentlicht, aus der später das World Wide Web entstehen sollte. Aus diesem Anlass schaltete Berners-Lee, der heute Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist, eine Website auf, auf der dem WWW zum Geburtstag gratuliert werden kann. Viele Personen machten von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch, wie zum Beispiel Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Digitale Agenda.
Berners-Lee fordert "Magna Charta"
Der Erfinder des Netzes nahm den Geburtstag ausserdem zum Anlass, um die Einführung einer "Magna Charta", also einer Art globalen Verfassung für das Internet, zu fordern. Er erzählte der britischen Zeitung "The Guardian", dass das Netz immer stärkeren Angriffen von Regierungen und Unternehmen ausgesetzt sei. Wenn das Internet weiter als ein neutrales, offenes System existieren solle, brauche es Regeln, um es zu beschützen.
"Es waren die Milliarden von Nutzern, die das Internet gross gemacht haben (…). Ich hoffe, dass dieser Jahrestag einen globalen Dialog über die Notwendigkeit anstossen wird, die Grundsätze zu verteidigen, die das Internet so erfolgreich gemacht haben, und sein noch unerschlossenes Potenzial zugänglich zu machen", wird Berners-Lee von presseportal.de zitiert. "Ich glaube, dass es möglich ist, ein Internet zu erschaffen, das wirklich für alle da ist: Eines, das allen zugänglich ist, egal über welches Gerät, und eines, das uns allen die Möglichkeit gibt, unsere Würde, unsere Rechte und unser Potenzial als Menschen zu erreichen."
"The web we want"
Berner-Lees Forderungen sind Teil der "The web we want"-Initiative. Diese verlangt, dass die Internetnutzer in den verschiedenen Ländern der Welt jeweils eigene Grundregeln für den Netzgebrauch aufstellen sollen. Die Initianten hoffen auf Unterstützung der Öffentlichkeit für ihre Pläne. Nach wie vor sei einer Mehrheit der Personen, trotz der grossen Berichterstattung über Whistleblower Edward Snowden, nicht bewusst, wie wichtig ein freies Internet sei.
Berner-Lee sagte in diesem Zusammenhang auch, dass Anwälte und Regierungen besser verstehen müssten, was man wirklich mit einem Computer tun kann: "Dann würden sie die Gesetze verändern, die Leute heute ins Gefängnis bringen und die nur auf Wunsch der Filmproduzenten geschaffen wurden."
"The Guardian" hat auch ein kurzes Videostatement von Berners-Lee publiziert:
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