PC- und Tablet-Marktzahlen

Dürrejahr steht bevor

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Der PC-Markt blickt einer schwierigen Periode entgegen. Die Auslieferungen nehmen ab und sollen sich erst 2017 wieder leicht erholen. Unternehmenskunden greifen derweil dem Tablet-Markt unter die Arme.

Der PC-Markt wartet weiter auf Besserung. Dieses Jahr soll die Anzahl Auslieferungen im Jahresvergleich um 8,7 Prozent auf 281,6 Millionen Einheiten fallen, wie IDC mitteilt. Im nächsten Jahr werde sich der Markt auch nicht erholen. Die Marktforscher rechen erst 2017 wieder mit einer Stabilisierung.

Für den Rückgang macht IDC einen hartnäckigen, hohen Lagerüberschuss aus den vergangenen Quartalen verantwortlich. Starke Schwankungen bedeutender Währungen wirkten sich ebenfalls negativ auf den Markt aus.

Im nächsten Jahr wird der Channel seine Lagerbestände nur zögerlich aufstocken. Ein kurzfristiger Mangel an neuen Modellen sowie das kostenlose Upgrade auf Windows 10 schreckten die Händler davor ab.

Leichte Erholung im Jahr 2017

2017 stellt Microsoft sein Angebot mit den kostenlosen Updates ein. Ab diesem Zeitpunkt soll gemäss den Marktforschern eine leichte Erholung am Markt einsetzen. IDC rechnet daher mit einem neuen Auffrischzyklus.

Im Endkunden-Bereich bleibt die Prognose jedoch weiterhin schlecht. Die Erholung werde von Unternehmenskunden ausgehen. Aufgrund des leichten Aufwinds ab 2017 rechnet IDC für 2019 mit 282,1 Millionen Auslieferungen am PC-Markt – etwas mehr als dieses Jahr.

Der Tablet-Markt steht vor einer ähnlichen Entwicklung in diesem Jahr. Die Anzahl Auslieferungen sollen dieses Jahr gemäss einer weiteren IDC-Studie 8 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Damit korrigierten die Marktforscher ihre früheren Vorhersagen deutlich nach unten. Zuvor erwartete IDC ein Minus von 3,8 Prozent. Neu rechnet das Analystenhaus mit 212 Millionen ausgelieferten Geräten.

2-in-1-Geräte finden ihren Platz

Innerhalb des rückläufigen Tablet-Markts erwarten die Marktforscher einen Aufschwung bei den 2-in-1-Geräten. Diese würden langsam im Markt Fuss fassen, da immer mehr OEMs diesen Teilmarkt ernsthaft in Erwägung zögen. Dies drücke die durchschnittlichen Verkaufspreise.

Das 2-in-1-Segment soll 2015 im Vergleich zum Vorjahr um über 86 Prozent zulegen. Im Vergleich zum Gesamtmarkt bleibt der Marktanteil jedoch gering. IDC schätzt das 2-in-1-Volumen auf etwa 14,7 Millionen Einheiten im gesamten Jahr 2015.

Wie bereits im PC-Geschäft werde auch der Tablet-Markt auf Unternehmenskunden setzen – besonders im Bereich der 2-in-1-Geräte. Laut IDC werden Unternehmen anfangen, auf 2-in-1-Geräte zu migrieren, sobald sie die Evaluation von Windows 10 abgeschlossen haben. Bis 2019 soll die Anzahl ausgelieferter Tablets auf 239 Millionen Einheiten anwachsen.

Grossformatige Tablets gewinnen Marktanteile

Das Marktforschungsinstitut Strategy Analytics unterstreicht ebenfalls die Bedeutung von Unternehmenskunden für den Tablet-Markt – insbesondere für Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von 11 Zoll oder mehr.

Die Auslieferungen grosser Tablets soll 2015 gegenüber Vorjahr um 185 Prozent zunehmen, wie Techcrunch unter Berufung auf die Studie von Strategy Analytics berichtet. Bis 2019 werden Tablets mit diesem Bildschirmformat etwa 7 Prozent des Marktes ausmachen. In dem Jahr sollen knapp 20 Millionen Einheiten ausgeliefert werden.

Unter dem Konkurrenzdruck der Phablets werden die kleineren Tablets sich hingegen immer stärker aus dem Markt zurückziehen. Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 7 bis 8 Zoll werden 15 Prozentpunkte verlieren und nur noch knapp ein Drittel des Marktes ausmachen.

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