Special

Mit Hyperconvergence in die Zukunft

Uhr
von Men Beglinger

Hyperconverged ist ein IT-Schlagwort, das momentan überall verwendet wird. Was genau steckt aber hinter dieser Technologie und wo kann diese optimal eingesetzt werden? Eine Hyperconverged-Lösung ist für KMUs eine echte Alternative zu klassischen Virtualisierungsumgebungen.

Das Wort Hyperconvergence ist zusammengesetzt aus den englischen Wörtern "Hypervisor" und "Convergence". Einfach gesagt gilt der Ausdruck mittlerweile als Synonym für die Kombination vieler verschiedener Plattformen zu einer einzigen Plattform für VMs. Betrachtet man die physische Hardware, heisst dies, dass Compute und Storage in einem einzigen Server kombiniert werden. Softwareseitig bedeutet es wiederum, dass alle Komponenten des (hyperconverged) Systems über ein zentrales Interface angesteuert werden können. Auch der gesharte Storage ist weiterhin mit an Bord.

Heute wird dies allerdings über einen Softwarelayer (SDS = Software-­Defined Storage) gelöst, sodass der Storage über alle Server verteilt verfügbar ist. Dies spart einerseits Kosten, weil keine separate SAN-Infrastruktur aufgebaut werden muss, andererseits entfällt die Komplexität, diese Speichersysteme manuell zu konfigurieren. Ein Hyperconverged-System besteht aus mindestens drei Servern, die zu einem Cluster zusammengeschaltet werden. Dies geschieht ohne langwierige Installationsprozesse: Die Nodes werden vorkonfiguriert ausgeliefert, und es müssen nur noch die Netzwerkinformationen eingetragen werden. Der Rest erledigt der Cluster selbst.

Experten begleiten den Aufbau

Viele KMUs scheuen auch heute noch den Weg, ihre vorhandenen physikalischen Server zu virtualisieren und so den Betrieb effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Als Begründung wird häufig das fehlende Know-how sowie die Komplexität von Virtualisierungsumgebungen genannt. Genau in diesem Segment wird mit den Hyperconverged-Systemen eine Lücke gefüllt.

Der Aufbau des Clusters wird von einem Techniker vor Ort begleitet. Dadurch kann der Cluster bereits nach wenigen Stunden voll in Betrieb genommen werden. Nach einer kurzen Schulung können dann auch schon die ersten virtuellen Server in Betrieb genommen werden.

Eine Web-GUI für alle Anforderungen

Im Betrieb kann der Cluster dann seine Vorteile voll ausspielen: Das gesamte Management der virtuellen Server wird über ein komfortables Web-GUI erledigt. Dort hat man alles im Blick: Prozessorauslastung, Memoryauslastung und Storage werden übersichtlich und über alle Clusternodes angezeigt. Mit einer Anlaufstelle hat man seine komplette Infrastruktur im Griff. Sollte ein Node ausfallen, werden die virtuellen Server auf den bestehenden Nodes automatisch neu gestartet und stehen nach kurzer Zeit wieder zur Verfügung.

Die Daten sind so über alle Server verteilt, dass auch nach einem Node-Ausfall kein Datenverlust zu befürchten ist. Das Betriebssystem des Scaleclusters (Linux mit KVM) wird selbstverständlich laufend erweitert und optimiert. Der Update des gesamten Clusters wird mit einem Mausklick gestartet. Danach werden ohne Unterbrechung alle virtuellen Server von einem Node auf die anderen verschoben, während der Server aktualisiert und danach wieder in den Cluster integriert wird. Dies geht so weiter, bis alle Nodes auf dem neuesten Stand sind. Der Zeitaufwand für diesen Task ist minimal, und da die Cluster hochstandardisiert sind, funktionieren diese Updates auch problemlos.

Erweitern im laufenden Betrieb

Sollte die Leistung des Clusters nicht mehr reichen, kann problemlos im laufenden Betrieb ein weiterer Clusternode hinzugefügt werden. Sobald dieser in den Cluster integriert ist, können die erweiterten Ressourcen genutzt werden. Die maximale Clustergrösse beträgt momentan 8 Nodes.

Tags
Webcode
7709

Kommentare

« Mehr