Milliarden-Deal

HPE lagert Teile seines Softwaregeschäfts aus

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HPE fokussiert noch stärker auf "Hybrid IT" und stösst weitere Bereiche seines Softwaregeschäfts ab. Der Konzern hat dafür gemeinsam mit Micro Focus ein Joint Venture gegründet.

HPE führt seinen Verschlankungskurs fort und legt einen Teil seines Softwaregeschäfts mit dem japanischen Sicherheitsanbieter Micro Focus zusammen. Laut CEO Meg Whitman lagert HPE seine "non-core software assets" aus. Sie meint damit die Bereiche von HPEs Softwaresparte, die das Unternehmen nicht zu seinem Kerngeschäft zählt. Whitman nennt das Application Delivery Management, Big Data, die Enterprise Security, die Information Management & Governance und das IT Operations Management. Viele dieser Geschäftsbereiche kaufte HP 2011 mit der missglückten Übernahme von Autonomy ein.

Im November 2015, als HPE noch HP hiess, trennte sich das Unternehmen bereits von seiner Security-Tochter Tippingpoint. Auch damals hiess der Käufer Trend Micro. Das Geschäft spülte rund 300 Millionen US-Dollar in die Kassen von HP. Der neue Deal mit Trend Micro ist deutlich umfangreicher: HPE soll 2,5 Milliarden Dollar in bar erhalten und die gesamte Transaktion ein Volumen von 8,8 Milliarden Dollar haben. Ob es dabei auch zu einem Stellenabbau kommt, hat HPE noch nicht mitgeteilt.

"Ich muss eines klarstellen – HPE wird das Softwaregeschäft nicht verlassen", schreibt Whitman in ihrem Blog. HPE werde sich aber auf "Hybrid IT" fokussieren, unter anderem mit einem neuen Geschäftsbereich für das Software-Defined- und Cloud-Geschäft. HPE führt zudem eine Sparte für Datacenter-Infrastrukturen und eine für das Internet der Dinge und Zukunftstechnologien.

Bei all den Auslagerungen stellt sich trotzdem die Frage, was bei HPE überhaupt noch übrig bleibt. Whitman nennt die Technologien Oneview und Helion für die Bereitstellung, Automatisierung und Verwaltung von softwarebasierten IT-Infrastrukturen. Der Konzern bietet dafür seine Synergy-Lösungen an, die Server, Speicher und Netzwerk kombinieren. Für Oneview habe HPE seit dem Start im Jahr 2013 fast eine halbe Million Lizenzen verkauft, schreibt Whitman.

Im Mai spaltete HPE bereits sein Service-Business ab. Der Konzern legte es mit dem Dienstleistungsgeschäft von CSC zusammen, woraus einer der grössten IT-Dienstleister entstand. Ein Jahr davor hatte HP zudem 51 Prozent seiner Netzwerksparte H3C an das chinesische Unternehmen Tsinghua Unigroup verkauft.

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