Accenture-Studie

Die neue Rolle der Enterprise-IT

Uhr | Aktualisiert

Was spielt Enterprise-IT eigentlich noch für eine Rolle? Diese Frage hat Accenture gestellt. Der Unternehmensberater gibt CIOs und CTOs Ratschläge, um in der heutigen As-a-Service-Welt relevant zu bleiben.

Accenture hat dieses Jahr 1800 Business-Entscheider in Nord- und Südamerika, Europa und der Region Asien-Pazifik zum Thema Business-IT befragt. 70 Prozent waren CIOs oder CTOs.

Ergebnis: Die Entscheider in Unternehmen sehen die Enterprise-IT nicht mehr als Treiber für Innovation. Das zeigte auch schon Accentures Technology-Vision-Umfrage 2015. In dieser erwarteten nur 34 Prozent der Befragten, dass die Unternehmens-IT Innovation schaffe. 2013 waren noch 71 Prozent dieser Meinung.

77 Prozent der Befragten gaben an, dass die IT-Organisation in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Fähigkeiten für die heutige As-a-Service-Welt hat. 42 Prozent sind der Meinung, dass es länger geht, IT-Lösungen inhouse umzusetzen, als sie extern zu beziehen. Immerhin ist sich etwas mehr als die Hälfte der Befragten bewusst, dass es risikoreich ist, die interne IT zu umgehen. Vor allem bezüglich Sicherheit, Kosten und Lieferzeiten.

Accenture empfiehlt den Verantwortlichen folgende Strategie, um die Bedeutung der Enterprise-IT hoch zu halten:

1. Die Enterprise-IT auf Herz und Nieren prüfen

Jedes Unternehmen sollte die Performance ihrer Enterprise-IT überprüfen. Accenture schlägt dafür folgende Messbereiche vor:

- Wie schnell sind neue Funktionen verfügbar?

- Wie schnell sind neue Dienstleistungen verfügbar?

- Wie schnell kann die IT Probleme im Unternehmen lösen?

- Wie verrechnet das Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen?

2. Eine Start-up-Mentalität schaffen

Unternehmen sollten schlanke Arbeitsweisen und Funktionsabläufe wie in Start-ups schaffen. Entscheider müssen überdenken, wie ihr Arbeitgeber aufgestellt ist. Braucht es eine neue Organisation? Ein neues Betriebsmodell? Neue Prozesse, neue Kennzahlen oder gar neue Grundsätze für die Unternehmensführung?

Accenture empfiehlt IT-Entscheidern, sich mit Themen wie Automatisierung, Client Onboarding sowie Integration und Orchestration Management zu beschäftigen. Auch Continuous-Implementation- und Continuous-Delivery-Modelle sollten in Firmen ein Thema sein.

3. Die alte Organisation darf die neue nicht abtöten

Laut Accenture gibt es in jeder Firma eine Gruppe von Leuten, die an Bewährtem festhalten will. In jedem Unternehmen gebe es aber auch Mitarbeiter, die lieber neue Arbeitsweisen austesteten. Will sich nun die Enterprise-IT zu einem Service-Broker-Modell hinbewegen, muss sie sich auf die Disruptoren konzentrieren, wie Accenture schreibt. Diese seien nämlich eher bereit, neue Prozesse, Tools und Organisationsstrukturen auszutesten.

Accenture rät Unternehmen, eine neue Mentalität und Denkweise zu fördern. Um das zu erreichen, könne es helfen, wenn sich eine Organisation mit Product Units und Business Units aufstelle.

4. Handeln Sie wie ein Serviceprovider, nicht wie ein Monopolist

Die Enterprise-IT kann sich heute nicht mehr wie ein Monopolist benehmen. Strategien, Einstellungen und Verhalten müssen sich ändern. Unternehmen müssen sich so aufstellen, dass der IT-Abteilung klar ist, dass sie sich in einem Wettkampf mit externen Anbietern befindet.

Firmen müssen zudem ihre Governance-Modelle an die heutige As-a-Service-Welt anpassen. Accenture schlägt dafür eine Aufteilung in die drei Bereiche Technical Governance, Operational Governance und Strategic Governance vor.

Um herauszufinden, ob die Enterprise-IT effizient ist, sollten sich Unternehmen folgende Fragen stellen:

1. Generiert die IT nur Kosten oder auch Erträge?

2. Wie oft liefert die IT neue Technologien und neue Softwarefunktionen?

3. Welches Produkt baut die IT als Nächstes für die Kunden, und wie lange dauert es, um das Produkt auszurollen?

4. Wie viele Optionen gibt es für die Anwender, bei Problemen ein Service-Ticket zu eröffnen, und wie schnell wird dieses abgearbeitet?

5. Sind die eingesetzten Lösungen plattformbasiert? Ist es schwierig, herauszufinden, welche Ressourcen eine Lösung genau braucht? Und kann die Lösung bei Bedarf schnell durch ein As-a-Service-Modell ersetzt werden?

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