IT-Lösung

Ressourcenschonung mit elektronischer Spitalrechnungsprüfung

Uhr
von Walter Capozzolo, COO Leiter Products & Solutions, Löwenfels Partner AG

Gemäss Bundesamt für Statistik erhalten Kantone insgesamt jährlich mehr als 1,3 Millionen ­Spitalrechnungen für stationäre Behandlungen. Erfahrungswerte gehen von einem routinierten, ­manuellen Prüfaufwand von zirka 20 Minuten pro Rechnung aus. Die Unterstützung durch eine ­IT-Lösung hilft dem Kanton, Kosten zu sparen.

Walter Capozzolo, COO Leiter Products & Solutions, Löwenfels Partner AG
Walter Capozzolo, COO Leiter Products & Solutions, Löwenfels Partner AG

Für stationäre Leistungen von Spitälern vergüten Kantone einen Anteil an den Kosten des Spitalaufenthalts pro Kantonseinwohner. Bei mehreren zehn- oder hunderttausend Rechnungen, die pro Jahr volumenmässig bei Kantonen manuell bewältigt werden müssen, ist dies zeitlich eine ausserordentliche Belastung von personellen Ressourcen. Denn je nach Grösse des Kantons werden 200 bis weit über 1000 Rechnungen pro Arbeitstag à 20 Minuten Prüfaufwand je Rechnung investiert.

Es bedarf einiger Routine und hoher Fachkompetenz, die Rechnungsstellung effizient zu kontrollieren und den Entscheid zur Zahlung oder die Rückweisung zu verantworten. Und das ist bei Weitem nicht alles: Spezialfälle wie Wiedereintritte, Verlegungen, Tarifprüfungen oder Regressfälle sind nur einige der Hürden, die es zu bewältigen gibt. Nur, wie kann dieser Prozess vereinfacht und beschleunigt werden?

Einfaches und effizientes Prüfen

Die Gesamtprüfung der Rechnungen muss verschiedenen Gesetzesgrundlagen gerecht werden: In erster Linie dem Kranken- und Invalidenversicherungsgesetz oder weiteren Sozialversicherungsgesetzen wie UVG und MVG. In zweiter Linie Gesetzen wie dem Datenschutzgesetz im Umgang mit sensitiven Daten und deren Verschlüsselung sowie der Geschäftsbücherverordnung bezüglich revisionssicherer Archivierung.

Ideale Voraussetzung ist der elektronische Empfang von Spitalrechnungen im XML-Format. In der Schweiz arbeiten bereits viele Spitäler mit Intermediären zusammen. Intermediäre sind eine Art «elektronischer Briefträger» für Spitalrechnungen. Sie führen erste formale Prüfungen von Rechnungen durch, bevor sie die Übermittlung der Daten über eine elektronisch gesicherte Leitung zu Kantonen, Versicherern und weiteren Stellen durchführen. Der elektronische Empfang von Spitalrechnungen in Form von XML-Belegen hat einige Vorteile. Rechnungen müssen nicht gedruckt und auf dem Postweg versendet werden. Und es fallen keine Arbeitszeiten für die manuelle Erfassung von Informationen für die Prüfung an.

Komplexe Prüfprozesse werden heutzutage erfolgreich mit dem Einsatz von Enterprise-Content-Management-Lösungen (ECM) gelöst. Das ECM-System bearbeitet Unternehmensinformationen nach bestimmten Vorgaben, lenkt sie durch die Organisationen und stellt die Archivierung sicher. Dabei greifen verschiedene Softwarelösungen ineinander. Die Informationen werden aus Dokumenten oder Dateien ausgelesen, um anschliessend Prüfungen in eigenen Systemen und Datenbanken oder über Webservices mit Drittsystemen durchzuführen.

Der Prüfungsumfang von Rechnungen kann unterschiedlich definiert werden. Oberster Grundsatz: Es werden alle Rechnungen elektronisch geprüft und rechtskonform archiviert. Durch die Unterstützung einer IT-Lösung kann der Prozess vollautomatisiert werden. Aufgrund der grossen Anzahl Rechnungen werden Stichprobenprüfungen empfohlen. Die Auskunftsfähigkeit zum aktuellen Stand im Prüfungsprozess wird vereinfacht und der manuelle Aufwand schrumpft auf ein Minimum. Somit steigt die Qualität und Geschwindigkeit. Die sinkende Fehleranfälligkeit schont das Haushaltsbudget, hilft dem Kanton, Kosten zu sparen, und schont die Umwelt.

Webcode
DPF8_10967

Kommentare

« Mehr