Bericht des Bundesrats

Blockchain? Nicht im Schweizer Zahlungsverkehr, sagt der Bundesrat

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Der Bundesrat hat den Schweizer Zahlungsverkehr analysiert. Er gibt Twint gute Chancen. Die Blockchain hingegen werde im Schweizer Zahlungsverkehr kaum etwas bewegen.

(Quelle: Zapp2Photo / Shutterstock.com)
(Quelle: Zapp2Photo / Shutterstock.com)

Der Bundesrat hat in einem 59-seitigen Bericht eine Analyse des Schweizer Zahlungsverkehrs vorgenommen. Er äussert sich unter anderem zu Twint, Paymit, Bitcoin und Blockchain.

 

E-Banking wächst weiter

 

Der Schweizer Zahlungsverkehr läuft entweder über das System Swiss Interbank Clearing (SIC) oder das Clearingsystem von Postfinance. Letzteres wickelt laut Bundesrat 60 Prozent des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Einzahlungen an Poststellen und Automaten seien rückläufig, die Zahl der Überweisungen wachse.

 

Die Gesamtzahl bargeldloser Transaktionen habe sich zwischen 2001 und 2014 gar mehr als verdoppelt. Laut Bundesrat machte E-Banking 47 Prozent aller Überweisungen im Jahre 2014 aus. Durch die Einführung des Einzahlungsscheins mit QR-Code ab 2018 dürfte dieser Anteil weiter steigen, heisst es im Bericht.

 

Kein Mobile-Payment ohne Mehrwert

 

Wie stark die Schweizer Bevölkerung auf Mobile-Payment-Apps setzen werde, sei schwierig vorauszusagen. Der Kunde müsse einen Mehrwert sehen. Der Bezahlvorgang gehe mit den Apps nämlich nicht unbedingt schneller, sagt der Bundesrat. Sie würden aber mit Zusatzfunktionen einen Nutzen generieren. Im Onlinehandel, wo die Bezahllösungen eher umständlich seien, könnten sich Mobile-Payment-Lösungen schneller etablieren, heisst es im Bericht.

 

"Die Entwicklungen in Grossbritannien, Dänemark und Schweden zeigen, dass sich gut gestaltete Mobile-Payment-Lösungen durchaus durchsetzen können", schreibt der Bundesrat. "Von den Schweizer Anbietern dürften wohl Twint und Paymit die besten Chancen haben, eine breite Nutzerbasis aufzubauen." Das begründe sich in der Grösse von Postfinance und der Paymit-Partner Six, UBS und ZKB.

 

Blockchain bringt in der Schweiz kaum Fortschritte

 

Die Blockchain habe das stärkste disruptive Innovationspotential im Zahlungsverkehr, heisst es im Bericht - nicht aber in der Schweiz. Die Technologie verändere zwar das Frontend und die zugrundeliegende Infrastruktur. Da das Schweizer Zahlungssystem aber bereits sehr effizient sei, könne die Blockchain hierzulande kaum zusätzlichen Fortschritt generieren.

 

"Das Bild des Zahlungsverkehrs in der Schweiz dürfte in der näheren Zukunft kein komplett anderes sein als heute", kommt der Bundesrat zum Schluss. "Es dürfte aber vielfältiger werden." Mobile-Payment-Apps und NFC-basierte Bezahllösungen würden wohl am meisten Wachstum generieren. Längerfristig werde der Zustrom an neuen Anbietern im Markt abnehmen, heisst es im Bericht.

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