Studie von Adobe

Schweizer sehen die EU-DSGVO als Marketingbremse

Uhr | Aktualisiert

Schweizer Business-Entscheider sehen sich durch die EU-DSGVO stärker gehemmt als ihre europäischen Nachbarn, wenn es um personalisiertes Marketing geht. Dies soll aber nur ein Zwischentief sein: Die meisten Unternehmen setzen auf KI-basierte Analysesoftware, um ihr Marketing anzukurbeln.

Julian Kramer, Chief Experience Ambassador, Adobe. (Source: Netzmedien)
Julian Kramer, Chief Experience Ambassador, Adobe. (Source: Netzmedien)

Werber wollen Konsumenten so persönlich wie möglich ansprechen. Doch die neuen Datenschutzbestimmungen scheinen solchen Bestrebungen zuwider zu laufen. Business-Entscheider von Grossunternehmen sehen die EU-DSGVO als Stolperstein, wie Julian Kramer, Adobes Chief Experience Ambassador, am Adobe Symposium in Zürich sagte. Kramer stellte die Ergebnisse einer Befragung vor, welche die Marktforschungsfirma Coleman Parkes im Auftrag von Adobe durchgeführt hatte.

Fast die Hälfte der europäischen Business-Entscheider empfinde die Datenschutz-Grundverordnung der EU als Hindernis für personalisiertes Marketing. In der Schweiz sei diese Auffassung deutlich stärker verbreitet: 70 Prozent der hierzulande befragten Unternehmen gaben an, dass die EU-DSGVO ihr Bestreben nach verstärkter Personalisierung gehemmt habe, heisst es in den Ergebnissen der Befragung.

70 Prozent der Schweizer Grossunternehmen sehen die EU-DSGVO als Hindernis für ihr Marketing. Für die Studie befragten die Marktforscher von Coleman Parkes insgesamt 600 Entscheider von Unternehmen mit jeweils mindestens 5000 Mitarbeitern. (Source: Adobe)

Bloss ein Zwischentief

Kramer erklärte diesen Befund dadurch, dass die Schweizer in puncto Datenschutz sensibler seien als ihre europäischen Nachbarn. Der Schutz der Privatsphäre sei hierzulande wohl besonders stark verankert, was sich auch an der langen Tradition des Bankgeheimnisses zeige.

Doch die Bedenken gegenüber der EU-DSGVO würden abnehmen, zeigte sich Kramer überzeugt. Er beschrieb die derzeitige Situation als "Pause, um sich zu kalibrieren". "Viele Probleme werden in ein bis zwei Jahren gelöst sein", sagte er. Denn die Unternehmen kämen nicht umhin, mehr und mehr Daten zu sammeln.

KI soll salonfähig werden

88 Prozent der Befragten wollen in den kommenden zwei Jahren künstliche Intelligenz einsetzen, um Kunden- oder Geschäftsdaten für Analysezwecke zu verwenden. In der Schweiz planen den Ergebnissen zufolge 81 Prozent der befragten Grossunternehmen, KI-basierte Analysesoftware noch vor Ende 2020 einzuführen.

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen sei allerdings schon längst auf dem Weg, Projekte mithilfe von künstlicher Intelligenz zu planen, zu testen oder zu implementieren. "10 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie KI-Lösungen bereits produktiv und erfolgreich nutzen", sagte Kramer.

Die Mehrheit der befragten Business-Entscheider plant, KI-basierte Analysesoftware in den kommenden zwei Jahren einzuführen. (Source: Adobe)

Zur Studie

Die Befunde stammen aus der Adobe-Studie "Context is Everything". Interessierte können sich registrieren, um einen Report mit zentralen Ergebnissen herunterzuladen.

Für die Studie befragten Marktforscher von Coleman Parkes insgesamt 600 Entscheidungsträger (C-Level bis minus 1) aus Unternehmen mit über 5000 Mitarbeitern. Die Befragung sollte mit jeweils 100 Probanden folgende 6 Regionen abdecken: Benelux, Frankreich, Deutschland, nordische Länder, die Schweiz und Grossbritannien. In die Auswahl kamen gemäss Kramer Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Finanzen, Handel, Gastgewerbe und Industrie.

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