Studie zum Open-Data-Reifegrad

Open Data: Europa verliert an Schwung und die Schweiz macht Boden gut

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Die Schweiz hat punkto Open Data in Europa aufgeholt. Das zeigt eine Studie zum Reifegrad der Open-Data-Umsetzung in 32 Staaten. Insgesamt hat der Open-Data-Zug aber kräftig an Fahrt verloren.

(Source: j/unsplash.com)
(Source: j/unsplash.com)

Das Beratungsunternehmen Cap Gemini hat einen Bericht zum Reifegrad von Open Data in Europa vorgelegt. Der "Open Data Maturity in Europe Report 2018" zeigt, dass die Weiterentwicklung der Open-Data-Strategie in 32 untersuchten Ländern an Schwung verloren hat, wie es in einer Mitteilung heisst. Insbesondere beim Erfassen der Auswirkungen von Open Data und den daraus abzuleitenden Massnahmen verschenke Europa Potenzial.

Der Open-Data-Reifegrad der europäischen Staaten. (Source: europeandataportal.eu)

Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen und den fördernden Koordinationsmassnahmen (Policy) sowie Datenportalen umfasse der Bericht 2018 erstmals auch die Auswirkungen (Impact) und die Datenqualität, um den Open-Data-Reifegrad der Länder zu beurteilen, schreiben die Autoren.

Die Schweiz landet beim Ranking im Mittelfeld. (Source: Capgemini)

"Insgesamt gibt es nur begrenzte Fortschritte in den EU-Mitgliedsstaaten, die meisten verharren auf einem ähnlichen Niveau wie 2017", heisst es weiter. Die Vorreiter zeichneten sich dadurch aus, dass sie über einen strategischen Ansatz verfügen und Open Data nutzen, um ihre digitale Transformation fortzuführen.

Die Schweiz (Download des Factsheets als PDF) schneidet beim Längervergleich unterdurchschnittlich ab. Bei Policy erreicht das Land einen Score von 67 Prozent, während der Durchschnitt der EU-Staaten bei 82 Prozent liegt. Der Impact-Wert liegt mit 25 Prozent halb so hoch sie beim Durchschnitt und die Bewertung der Portale mit 64 Prozent fast gleichauf. Höher als im Ausland sind die Werte in der Kategorie Quality. Dort holt die Schweiz 70 Prozent, während der Durchschnitt bei 62 Prozent liegt.

Die Schweiz hat 2018 gegenüber dem Rest Europas aufgeholt. (Source: Capgemini)

Über die vergangenen 4 Jahre betrachtet, konnte die Schweiz ihren Abstieg beenden. Landete sie 2015 beim Open-Data-Reifegrad noch auf Platz 10, fiel sie 2017 auf Rang 26 zurück. Dies lag vor allem daran, dass andere Staaten die Schweiz überholt haben, wie aus der Studie hervor geht. Mit einem gestiegenen Reifegrad von 56 Prozent kletterte das Land 2018 auf Platz 22. Der internationale Durchschnitt liegt bei 65 Prozent.

"Während Länder mit geringerem Reifegrad insbesondere darauf abzielen, ihre nationalen Portale zu modernisieren, beschäftigen sich fortschrittlichere Länder mit der Verbesserung der Qualität veröffentlichter Daten und deren Metadaten", schreibt Capgemini. "Die leistungsfähigsten europäischen Länder wie Irland, Spanien und Frankreich verfolgen hingegen das Ziel, die Auswirkungen der Wiederverwendung von Open Data besser zu erfassen und in Zahlen festzuhalten."

Die Autoren zeigen Schwachstellen und Paradebeispiele der Schweizer Open-Data-Landschaft. (Source: Capgemini)

Der Open Data Maturity in Europe Report 2018 ist unter "Europeandataportal.eu" als PDF erhältlich. Auf einem Dashboard lassen sich die Ergebnisse in der Übersicht anzeigen.

Für die Studie wurden nach Angaben von Capgemini im Auftrag der EU-Kommission nationale Open-Data-Verantwortliche in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, Liechtenstein, Island und der Schweiz befragt.

Webcode
DPF8_116391

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