9. FTTH Conference

Wie der Thurgau digital aufrüstet

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Smarter Thurgau, Digital Campus: Im Thurgau sollen neue Vereine und Projekte die kantonale Infrastruktur und digitalen Kompetenzen verbessern. Openaxs hat an der 9. FTTH Conference aufgezeigt, wie digital der Thurgau mittlerweile ist.

Openaxs hat gestern aufgezeigt, wie digital der Kanton Thurgau ist. Der Verband lud ins Casino Frauenfeld zur 9. FTTH Conference, dieses Jahr unter dem Motto "A Smart Country: Auch abseits der Zentren die Zukunft gewinnen". Geschätzt 150 Teilnehmer folgten dem Aufruf des Verbands, der ein Zusammenschluss von Energieversorgern ist und sich für Fibre to the home (FTTH) einsetzt, also Glasfaser bis zum Konsumenten nach Hause.

Laut Openaxs-Präsident Franz Stampfli waren Ende vergangenen Jahres mehr als 1,3 Millionen Haushalte in der Schweiz ans Glasfasernetz angeschlossen. Das entspricht rund einem Drittel der Haushalte. Stampfli sagt, dass das flächendeckende Hochbreitbandnetz meist an den Stadtgrenzen ende. Anders in den weniger besiedelten Gebieten, wo FTTH meist nicht vorhanden sei. Er sorge sich vor einem digitalen Graben zwischen Stadt und Land, der zu einer Abwanderung der Talente führe.

Openaxs-Präsident Franz Stampfli. (Source: Netzmedien)

Digitalisierung für das Internet der Dinge

Denn auch ländliche Gebiete brauchen ein leistungsstarkes Telekommunikationsnetz, wollen sie ihre Talente behalten und ein attraktiver Industriestandort sein, auch in Hinsicht des Megatrends Internet der Dinge, wie der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer (FDP) sagte. Die Digitalisierung sei deshalb eines der zentralen Anliegen der Strategie 2040 des Kantons.

Regierungsrat Walter Schönholzer (FDP). (Source: Netzmedien)

Die FTTH-Technologie sehen Openaxs-Präsident Stampfli und Salt-CEO Pascal Grieder als einzig richtige für das Schweizer Datennetz. Bei allen anderen Ansätzen existiere kein Wettbewerb, monierte Grieder. Auch der Mobilfunkstandard 5G werde FTTH nicht ersetzen, sagte Stampfli. Als Gründe nannte er, dass Funk nicht immer verfügbar und weniger sicher als eine kabelgebundene Punkt-zu-Punkt-Verbindung sei. Zudem sei die Strahlung von 5G deutlich höher als etwa noch bei 4G.

Salt-CEO Pascal Grieder. (Source: Netzmedien)

Was Smarter Thurgau macht

Der Kanton Thurgau stehe mit seiner Geographie exemplarisch für ein wenig besiedeltes Gebiet. Speziell am Thurgau ist aber, dass er bereits über ein Glasfasernetz von EKT verfügt, wie Peter Schütz sagte. Der Verwaltungsratspräsident der EKT-Gruppe wies ausserdem darauf hin, dass es im Kanton rund 100 Energieversorger gebe. Die Infrastruktur im Thurgau sei vorhanden, nun werde ein Zusammenspiel der einzelnen Player nötig.

Dafür entstand vor gut anderthalb Jahren der Verein Smarter Thurgau, bei dem EKT an Bord ist. Manfred Spiegel, Geschäftsführer von Smarter Thurgau, gab in seinem Referat Einblick in den Verein. Smarter Thurgau wolle die Region digitalisieren und so zur Attraktivität des Standorts beitragen. Smarter Thurgau wolle etwa eine digitale Service-Plattform bieten und KMUs über Microservices zusammenbringen. Laut Spiegel will Smarter Thurgau dem Kanton bis in vier Jahren eine digitale DNA bieten. Vom 26. bis 30. September stellt sich Smarter Thurgau in einer Sonderschau an der Gewerbsausstellung Wega in Weinfelden vor.

Vorbild aus Graubünden

Smarter Thurgau nimmt sich Mia Engiadina zum Vorbild. Der Verein schloss laut CEO Jon Erni praktisch alle Engadiner Schulen ans Glasfasernetz an. Mia Engiadina bietet Lehrern und Schülern auch digitale Unterstützung in Form von Lizenzmodellen für Software und Cloud sowie mit Weiterbildungsangeboten. Ausserdem entsteht ein Coworking-Space von Mia Engiadina in La Punt. Zudem will der Verein ab Anfang nächsten Jahres allen Akteuren der Schweizer Tourismusbranche eine Back-End-Plattform namens "discover.swiss" zur Verfügung stellen.

Mia-Engiadina-CEO Jon Erni. (Source: Netzmedien)

Christian Neuweiler, Präsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK), sprach über einen geplanten Digital Campus. In Zusammenarbeit mit Smarter Thurgau plane die Handelskammer ein Ökosystem, das Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung verbinde. Der Digital Campus soll am Standort der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen entstehen und eine Professur sowie vier wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigen. Zurzeit entstehe ein Businessplan für den Campus.

IHK-Präsident Christian Neuweiler. (Source: Netzmedien)

Die nächste FTTH Conference findet am 20. August 2020 an einem noch nicht genannten Ort statt.

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DPF8_148338

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