Pilotprojekt findet viel Anklang

Bundesarchiv von der eigenen Digitalisierung überrumpelt

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Es klang nach einer guten Idee: Das Bundesarchiv wollte sich selbst entlasten und seinen Nutzern einen digitalen Service bieten. Das neue Angebot, Dossiers von Zuhause aus bestellen und per E-Mail erhalten zu können, lief aber schnell aus dem Ruder.

(Source: Marianabeauty/CC BY-SA 3.0)
(Source: Marianabeauty/CC BY-SA 3.0)

Seit mehr als zwei Jahrhunderten verwahrt das Schweizerische Bundesarchiv Dokumente aus den Aktenschränken und Schubladen der Bundesverwaltung in seinen Lagern. Wer diese Unterlagen einsehen wollte, tat dies bislang meistens im Lesesaal vor Ort in Bern. Das wollte das Bundesarchiv im August 2019 mit einem Pilotprojekt ändern. Neu sollen Nutzer Dossiers von Zuhause aus bestellen und dann kostenlos per E-Mail erhalten.

Wie "Bluewin" berichtet, stiess das Digitalisierungsprojekt auf reges Interesse. Ursprünglich versprach das Bundesarchiv, Scan und Versand der Dokumente dauere zwei Arbeitstage. Gemäss Recherchen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA würden Pilot-Nutzer nun aber bereits über sieben Wochen auf die Digitalisierung ihres bestellten Dokuments warten.

Bereits wenige Tage nach Start des Projekts hätten sich 300 Personen beim Bundesarchiv gemeldet. Dieser Ansturm führe nun zu grösseren Verzögerungen. Die Archivare rechneten offenbar mit wesentlich weniger Bestellungen zu Beginn. "Das war eine Fehleinschätzung", wird Pressesprecher Simon Meyer im Bericht zitiert.

Dringlichkeits-Outsourcing

Bis zu neun Mitarbeitende versuchten nun jeden Tag, die Flut der digitalen Aufträge zu bewältigen. Zwei Drittel davon seien externe Fachleute. "Dank Verbesserungen im Arbeitsprozess digitalisieren wir nun deutlich mehr Dossiers pro Tag als in der Anfangsphase", so Meyer weiter. Als entlastende Massnahme habe man zudem eine Beschränkung bei den Bestellungen eingeführt.

In den kommenden Tagen wolle das Bundesarchiv die Teilnehmer am Pilotprojekt darüber informieren, wie lange sie noch auf ihre Bestellungen warten müssten.

Hacken im Archiv - wie soll das gehen? Sie erfahren es im Bericht über den ersten Zürcher Archiv Hackday.

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