Focus: Smart City

Smart City: Sicherheit im vernetzten Raum

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(Source: cofficevit / AdobeStock)
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Das Referat von Norman Frisch, Chairman der ELTE Industrie-Allianz und Marketing-Direktor der Huawei Enterprise Business Group, am 20. Asut-Kolloquium war beeindruckend: Binnen kurzer Zeit erläuterte er, was man in einer Megastadt wie Shenzhen (China) mit Daten alles machen kann: Sensoren gibt es dort zuhauf, und alle schicken ständig Daten an eine zentrale Verwaltungsstelle. Man erfahre alles über den Zustand von Gebäuden, Verkehr oder Energie und könne leicht feststellen, wo etwas optimiert werden müsse. Bahne sich etwa ein Unwetter
an, könne man aufgrund vergangener Auswertungen sehr genau voraussagen, welche Buslinien verstärkt werden müssten, um eine Überlastung zu vermeiden. Und als vor ein paar Jahren ein Bahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge geplant wurde, habe man dessen Standort aufgrund der Nutzerdaten festgelegt, und nicht aus einem Bauchgefühl heraus.

So gesehen ist Shenzhen ein Musterbeispiel einer Smart City. Doch ist so viel Datensammelei noch vertretbar? Wo ist die Grenze zu ziehen zwischen einer Sicherheitsmassnahme und Bürgerüberwachung?

In diesem Focus stehen die Smart City und die Sicherheit im Vordergrund. Zu Wort kommt etwa Christian Geiger, Chief Digital Officer der Stadt St. Gallen. Er erklärt, welche Projekte in seiner Stadt derzeit anstehen, und dass sich der konkrete Nutzen einer Smart City ganz unterschiedlich entfaltet. Selbstverständlich sei aber die Einhaltung des Datenschutzes jederzeit sicherzustellen.

Jonas Schmid, Head of Smart City & Business Development bei Akenza, thematisiert ebenfalls den Umgang mit Daten. Allerdings gehe es nicht nur darum, die Daten der Nutzer zu schützen, sondern auch möglichst früh und möglichst transparent zu kommunizieren, was mit den gesammelten Daten effektiv passiert.

Anne-Claire Pliska, Managing Director der Smartcity Alliance, führt aus, wie die Sicherheit des öffentlichen Raums mit dem Privatschutz in Konflikt geraten kann. Datenschutz lässt sich auch durch die Wahl weniger heikler Sensoren realisieren, schreibt sie, und für Städte sei es wichtig, die verschiedenen Möglichkeiten genau abzu­klären.

Anja Riedle und Birk Diener, beide in leitender Position bei der Abteilung Smart City der SBB tätig, stellen das oft kontrovers diskutierte Konzept der Urban Living Labs vor, einem designierten Gelände, auf dem alle Stakeholder einer Smart City gemeinsam Lösungen erarbeiten und testen. Obgleich oft kritisiert, erleben die Urban Living Labs in Europa einen Boom, nicht zuletzt dank einer entsprechenden Strategie der Europäischen Union, wie die Autoren schreiben. Nichtsdestotrotz können die Labore ein Ort sein, an dem sichere Smart-City-Anwendungen entstehen.

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