Wie viel Strom Streaming frisst - und was Zuschauer dagegen tun können
Video-Streaming ist als Klimafeind in Verruf geraten. Doch wie viel Strom fressen Netflix und Co. wirklich? Und was kann man tun, um Strom zu sparen?
Streaming hat unter ökologischen Gesichtspunkten keinen guten Ruf. Im vergangenen November berichtete die "NZZ", dass die ICT-Branche mehr Treibhausgase auf dem Kerbholz habe, als die zivile Luftfahrt. Daran hat die Übertragung von Videos ins traute Heim einen grossen Anteil, wie Sie hier lesen können. Eine halbe Stunde Streaming verursache so viel CO2 wie eine Autofahrt von rund sechs Kilometern, meldete die Nachrichtenagentur AFP.
Das deutsche IT-Magazin "c't" hat die landläufigen Annahmen zum Energieverbrauch von Netflix & Co. überprüft. Das Ergebnis: Die von der NZZ verwendeten Zahlen der Denkfabrik "The Shift Project" sind nicht über alle Zweifel erhaben. So gehe die Organisation bei Smartphones von rund 6 Watt Energieverbrauch aus, was viel zu hoch sei. Umgekehrt ignoriere sie den viel höheren Stromverbrauch von TV-Geräten.
Besonders schwierig sei es, den Energieverbrauch von Netzwerktechnik zu bemessen. Hierzu führt c't Schätzwerte von Ericsson an. Der schwedische Telko-Ausrüster veranschlage für das Netzwerk in der Wohnung des Nutzers 5 Watt. 10 Watt rechne er für alle weiteren beteiligten Netze und Rechenzentren hinzu.
Mit dieser Formel komme Ericsson auf einen Stromverbrauch von 0,018 Kilowattstunden für eine Stunde Streaming am Smartphone. Am 100-Watt-Fernseher seien es 0,115 Kilowattstunden. Damit unterschätze das IT-Unternehmen wohl den ökologischen Fussabdruck des Streaming, so c't. Je nach Endgerät, Auflösung und Art der Datenübertragung schwanke der Energieverbrauch. Aber: Streaming zu verteufeln, wäre übertrieben.
Massnahmen, aber bedacht
Der Energieverbrauch des Streamings müsse in Relation zum Verbrauch der IT allgemein gesehen werden. Der W-Lan-Router zuhause verbrauche im Leerlauf nicht viel weniger Strom als unter Volllast. Die Infrastruktur der Cloud laufe auch dann weiter, wenn man mal kein Netflix guckt. Bestenfalls spare man ein paar Watt, weil die Betreiber ihre Kapazitäten an den Bedarf anpassten.
"Die gute, alte DVD schadet dem Klima mindestens genauso stark wie Streaming", schreibt c't weiter. Schliesslich müsse die Disc produziert, transportiert und in einem Player abgespielt werden. Wer statt Videos zu streamen auf ältere Medien zurückgreift, erweise der Umwelt unter Umständen also einen Bärendienst.
Wer in den eigenen vier Wänden Energie sparen wolle, der sollte besser andere Massnahmen ergreifen. C't empfiehlt:
Wenn man alleine streamt, zu überlegen, ob ein Tablet nicht ausreiche oder es der 42-Zoll-Flatscreen sein müsse
Unbenutzte Apps zu löschen, um unnötig grosse Update-Downloads zu vermeiden
Zu hinterfragen, welche Daten wirklich regelmässig oder doppelt und dreifach in der Cloud gesichert werden müssten
Unnötige Stromfresser zu suchen, etwa Geräte, die selten benutzt werden, aber einen hohen Standby-Verbrauch hätten
IT-Produkte so lange wie möglich zu verwenden. Je länger man sie verwende, desto klimafreundlicher würden sie ganz von allein
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