Sichtflug angesagt

Der Corona-Impact und die Folgen für die Schweizer IT

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Kaum ins neue Jahr gestartet, erschüttert die Corona-Pandemie die ganze Weltwirtschaft. Hoffnungsvolle Entwicklungen, hohe Erwartungen und viele Pläne wurden damit zunichte gemacht. Für Unternehmen ist die Basis für die Projektion künftiger Entwicklungen weggebrochen. Nicht mehr "der" Plan, sondern das Durchspielen unterschiedlicher Szenarien beherrscht die Diskussionen in den Unternehmens-Cockpits.

(Source: Obi Onyeador/unsplash.com)
(Source: Obi Onyeador/unsplash.com)

In Zeiten des Corona-Ausnahmezustands ist Sichtflug angesagt. Kurzfristige und spontane Kurswechsel sind an der Tagesordnung. Eine Tag-für-Tag-Planung mit einem hohen Mass an Agilität und Flexibilität kennzeichnet die Handlungsweisen vieler Unternehmen.

Die Pandemie wirkt sich auf allen Ebenen der Wirtschaft aus, so auch auf die Technologiemärkte. Es ist sicherlich noch zu früh, den Impact auf die Entwicklung des einheimischen ICT-Marktes einzuschätzen, zu analysieren und zu kommentieren. Mit einer aktuell laufenden Ad-hoc-Umfrage zu diesem Thema erfassen wir erste Meinungen und Einschätzungen von ICT-Chefs aus Schweizer Unternehmen, die wir in einem der kommenden "Research-Splitter" vorstellen und analysieren werden.

 

ICT-Security von Platz eins verdrängt

Unbestritten ist die Tatsache, dass durch den Lockdown, die Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit und die Stilllegung vieler Branchen und Unternehmen die Planungssicherheit für weite Kreise der Unternehmenslandschaft in der Schweiz massiv erschüttert wird. Die Folgen sind derzeit noch nicht absehbar und noch schwerer einschätzbar.

Die Entwicklung wird sich auch auf den Schweizer ICT-Markt auswirken, mit unterschiedlicher Ausprägung auf die einzelnen horizontalen und auch vertikalen Teilsegmente des Gesamtmarktes. Ein Blick auf die Zwischenresultate der laufenden Umfrage zeigt, dass das bisherige Thema Nummer eins "ICT-Security" durch das Thema der Corona-Bedrohung abgelöst wird. Für rund drei Viertel der Unternehmen stellt dies derzeit die grösste Herausforderung dar.

 

ICT-Ausgaben werden gedrosselt

Wir erwarten für das laufende Jahr einen erheblichen negativen und bremsenden Einfluss der Corona-Krise auf die ICT-Ausgaben der Unternehmen. Geplante Projekte werden gestoppt, gekürzt oder zumindest auf Eis gelegt.

Diese ganze Entwicklung lässt sich hinsichtlich ihres Ausmasses und konkreten Einflusses auf die Marktentwicklung noch nicht quantifizieren. Die anlässlich unseres Frühjahrs-Updates vom Februar 2020 publizierte Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 3,6 Prozent werden wir mit Blick auf unser kommendes Update im Mai nicht halten können und deutlich nach unten korrigieren.

 

Verlierer: Hardware

Verlierer der Krise mit Blick auf die Wachstumsraten werden die Hersteller von Hardwareprodukten sein. Positiven Zuwachs, wenn auch geringer als ursprünglich prognostiziert, erwarten wir bei den Services und Lösungen aus dem Bereich der ICT-Security, den Cloud-Diensten, der Business-Software und der ganzen Palette der ICT-Services. Ansprechende Wachstumsraten erwarten wir auch mit Blick auf die Produkte, Lösungen, Plattformen und Services rund um die massiv zugenommene Verbreitung von Homeoffice.

Sollte die Krise länger andauern und auch im zweiten Halbjahr zu deutlichen Verwerfungen der globalen und nationalen Wirtschaft führen, werden die Folgen massiven Einfluss auf das Ausgabenvolumen der Schweizer Unternehmen haben. Negative Entwicklungen mit Blick auf das Wachstum in den einzelnen Teilmärkten sind dann nicht mehr auszuschliessen.

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DPF8_175148

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