Homeoffice sei Dank

Zoom, Teams, Meet: Die Nutzerzahlen explodieren, der Wettbewerb nimmt zu

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Die Zunahme der Homeoffice-Arbeitsplätze treibt den Einsatz von Kollaborationslösungen und Videokonferenz-Tools voran. Der Konkurrenzkampf zwischen Microsoft, Google und Zoom hat sich seit der Gesundheitskrise verschärft.

(Source: Microsoft/Zoom)
(Source: Microsoft/Zoom)

Die weltweit ergriffenen Massnahmen zur Pandemie-Eindämmung und sozialen Distanzierung bescheren Video- und Kollaborationslösungen gerade einen Boom, wie man ihn noch nie erlebt hat. So vermeldet etwa Slack, ein Pionier Chat-basierter Unternehmenstools, einen Anstieg der Anzahl gleichzeitig verbundener User von 10,5 auf 12,5 Millionen innerhalb weniger Tage.

Slack verschweigt zwar, wie viele Nutzer sich während eines Tages insgesamt einloggen – vielleicht ein Zeichen dafür, dass diese Zahl nicht gleich dramatisch angestiegen ist. Dagegen habe Teams, welches auch Videokonferenzen ermöglicht, alle Rekorde gebrochen. Wie Betreiber Microsoft mitteilt, knackte der Dienst, der seit Ende 2016 Slack die Stirn bietet, inzwischen die Marke von 44 Millionen täglicher Nutzer.

Die Zunahme von Homeoffice-Arbeitsplätzen lasse insbesondere die Nutzung von Videoanrufen ansteigen, schreibt die Firma aus Redmond in einem kürzlich erschienenen Bericht. Nutzer von Teams verwenden bei virtuellen Besprechungen derzeit doppelt so viel Video wie vor der Covid-19-Krise. Die Gesamtzahl der Videoanrufe sei im März gar um mehr als 1000 Prozent angestiegen, was zu Beginn zu Verbindungsproblemen führte, wie Sie hier lesen können.

Der Boom der virtuellen Meetings kommt aber nicht nur Microsoft zugute. Google kann dies bezeugen. Thomas Kurian, Leiter der Cloud-Aktivitäten der Firma aus Mountain View, sagte, dass die Nutzung Ihrer Lösung "Google Hangouts Meet" heute 25 Mal so hoch ist wie im Januar.

Doch mit der explodierenden Nachfrage beginnt für die grossen Videokonferenzlösungen die Stunde der Wahrheit, da die Nutzer täglich deren Qualität und Schwächen beurteilen. Vor allem Zoom konnte sich zu Beginn der verordneten Isolation als Software für virtuelle Treffen profilieren.

Für Microsoft ist Zoom "eine echte Bedrohung"

Der beispiellose Ansturm auf Videokonferenz-Tools bringt den Markt in Aufruhr und verschärft den Wettbewerbskampf zwischen den Anbietern. Microsoft scheint dem Erfolg von Zoom nicht positiv gegenüberzustehen. Ein Beweis dafür ist der Inhalt eines kürzlich aufgetauchten Videos, in dem sich der Konzern an das Netz seiner Wiederverkäufer richtet.

Darin wird Zoom ausdrücklich als "eine neue Bedrohung für Microsoft" dargestellt. Zoom werde wegen seiner Benutzerfreundlichkeit seiner Preisstruktur und des einfachen Deployments geschätzt. Das Video lädt die Verkäufer deshalb ein, ihre Kunden von Microsoft Teams zu überzeugen. Man solle etwa die Integration in das Microsoft-Ökosystem und seine Vorteile in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz hervorheben.

Gerade in puncto Sicherheit zog Zoom kürzlich viel Kritik auf sich. Bemängelt wurde etwa ein Datenaustausch mit Facebook, geleakte E-Mails und Fotos von Benutzern, unzureichende Anrufverschlüsselung sowie eine Sicherheitslücke, über die ein Angreifer auf Windows-PCs zugreifen konnte. Für Unternehmen und Institutionen mehr als genügend Gründe, die Verwendung zu verbieten. Laut "Heise" hat auch Konkurrent Google auf den Rechnern seiner Mitarbeiter Zoom blockiert, und damit seine Haus-eigenen Lösungen begünstigt.

Auch der Schweizer Hosting-Provider Infomaniak mischt neuerdings auf dem Markt für Videokonferenzlösungen mit. Erfahren Sie hier mehr über das Angebot.

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