Umfrage von Swiss Finance Startups

Fintech-Firmen sehen sich als Krisengewinner

Uhr | Aktualisiert

Fintech-Unternehmer sehen die Coronakrise als Chance. Die wenigsten müssen sparen, die meisten wollen investieren – und rechnen damit, dass die Fintech-Branche profitieren wird.

(Source: phive2015 / iStock.com)
(Source: phive2015 / iStock.com)

Nur wenige Fintech-Unternehmen müssen derzeit sparen. Gerade jetzt wollen die meisten investieren und Personal aufstocken, wie aus einer Umfrage des Branchenverbands Swiss Finance Startups unter seinen Mitgliedern hervorgeht. 83 Prozent der Befragten sehen in der Coronakrise grosse bis sehr grosse Chancen für die Fintech-Branche.

Die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen würden Fintech-Unternehmen kaum zu schaffen machen, teilt der Verband mit. Knapp 90 Prozent der Befragten gaben an, dass ein grosser Teil oder gar alle Mitarbeiter aus dem Homeoffice heraus arbeiten würden.

Nur wenige müssen sparen

Nach den kurzfristigen Plänen während der Coronapandemie befragt, gab mehr als die Hälfte an, die Belegschaft ausbauen zu wollen. Eine knappe Mehrheit gab jeweils an, neue Möglichkeiten zu suchen, respektive zu investieren.

(Source: Swiss Finance Startups)

Nur wenige Befragten machten finanzielle Sorgen geltend: Knapp sieben Prozent gaben jeweils an, sie müssten Personal abbauen oder Sparmassnahmen einleiten.

Optimismus gegenüber Fintech, geteilter Ausblick für Start-ups

Die Befragten sehen deutlich mehr Chancen als Risiken für die Fintech-Branche. Für Start-ups im Allgemeinen sieht der Ausblick allerdings eher durchzogen aus.

(Source: Swiss Finance Startups)

Zwar sieht die Mehrheit der Befragten (48,3 Prozent) mehr Chancen als Risiken für Jungunternehmen; 31 Prozent sehen jedoch überwiegend neue Risiken, wenn sie an die Auswirkungen der Coronakrise auf die Start-up-Szene denken.

Corona bringt Banken zu Umdenken

Durch die Coronapandemie sei die Nachfrage nach digitalen Lösungen drastisch angestiegen, lässt sich Christina Kehl, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied von Swiss Finance Startups, in der Mitteilung zitieren. "Schweizer Fintechs erkennen in der Krise eine grosse Wachstumschance, die es zu nutzen gilt." Dies gelte allerdings nicht nur für Start-ups, sondern auch für traditionelle Finanzdienstleister "mit einer soliden, adaptiven Marktposition".

Christina Kehl, Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin von Swiss Finance Startup. (Source: zVg)

Anlass zum Optimismus gibt indes die Erwartung, dass viele klassische Banken aufgrund der Coronakrise ihre Kosten reduzieren wollen. "Wir denken, dass Covid-19 den Grossteil der Banken dazu zwingen wird, operative Abläufe zu optimieren und Kosten zu senken", schreibt Sonect-Gründer und -CEO Sandipan Chakraborty. Dies würde Fintech-Firmen ermöglichen, ihre Dienste breiter aufzustellen und mehr mit klassischen Banken zusammenzuarbeiten.

Sonect gewann in der letzten Ausgabe des Digital Economy Award den Preis als "Next Global Hot Thing" der Schweizer IT-Branche. Im Interview verrät Sonect-CEO Sandipan Chakraborty, wie er auf die sonderbare Idee kam, eine Lösung für den Bargeldbezug in lokalen Geschäften zu entwickeln.

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