Corona-Barometer von Xing

So hat Corona die Schweizer Jobpräferenzen verändert

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Die Arbeitsbedingungen der Schweizer haben sich seit Corona verändert, und so taten es auch die Ansprüche an die Arbeit. Das Corona-Barometer von Xing zeigt, dass Flexibilität, eine gesunde Work-Life-Balance und Sinnhaftigkeit in der Arbeit wichtiger geworden sind.

(Source: japolia / Fotolia.com)
(Source: japolia / Fotolia.com)

Mehr Flexibilität, Work-Life-Balance und Sinn in der Arbeit: Das wünschen sich die Schweizer laut einer Umfrage von Xing. Die Corona-Pandemie habe die Arbeitswelt radikal verändert, für Arbeitnehmer wie für Unternehmen. "New Work" sei nun spätestens seit der Krise für viele Berufstätige auf dem Vormarsch. Rund 2200 Xing-Mitglieder aus dem DACH-Raum hätten an der Umfrage im Mai 2020 teilgenommen. Gefragt wurde nach der aktuellen Arbeitssituation sowie Jobpräferenzen für die Zukunft.

So hat Corona die Arbeitsbedingungen verändert

73 Prozent der befragten Schweizer sind laut Xing der Meinung, dass sich die Arbeitswelt und Arbeitsweise in den letzten Wochen verändert hat. Besonders auffällig seien diese Änderungen bei den flexibleren Arbeitszeiten, der schwierigeren Trennung zwischen Arbeit und Privatleben sowie der besseren Work-Life-Balance. Für 27 Prozent der befragten Schweizer habe sich das Arbeitspensum in den letzten Wochen erhöht.

Die meisten spüren aber auch im Homeoffice noch ein gleiches Mass an Kontrolle durch die Vorgesetzten. Das Macht- und Führungsgefüge habe sich seit Corona kaum verändert und die meisten befragten Schweizer gäben an, dass Hierarchien noch so wichtig seien wie vor den geänderten Arbeitsbedingungen.

Grosse Änderungen beim Arbeitsort

Vor Corona habe beinahe die Hälfte der befragten Schweizer nie von zuhause gearbeitet. Seit Anfang Mai arbeiteten neu rund 70 Prozent teilweise oder ausschliesslich im Homeoffice. Rund 50 Prozent der Befragten freue sich aber wieder auf das Arbeiten im Büro. Dort würden vor allem die Kollegen und die sozialen Kontakte vermisst, wie 91 Prozent der befragten Schweizer angaben. Die bessere Arbeitsausstattung schätze nur rund einen Drittel.

Die Anforderungen an die Arbeit befinden sich im Wandel

Auch die Jobpräferenzen wurden von der Arbeit unter neuen Bedingungen geprägt. Grundbedürfnisse wie "Hauptsache einen Job haben" und "Sicherheit im Job" hätten an Bedeutung gewonnen, aber besonders weiche Faktoren seien für die befragten Schweizer wichtiger geworden. Für knapp die Hälfte habe während der Coronakrise die Work-Life-Balance einen höheren Stellenwert gewonnen, gefolgt von flexiblen Homeoffice- und Arbeitszeiten und mehr Zeit für die Familie. Zudem sei für 30 Prozent der Befragten die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit wichtiger geworden.

So haben sich in der Schweiz die Jobpräferenzen seit Corona verändert. (Source: Xing Schweiz)

Robert Bertschinger, Geschäftsführer von Xing Schweiz, fasst diese Ergebnisse folgendermassen zusammen: "Die Corona-Krise hat die Relevanz von New Work als ganzheitlicher Ansatz für ein besseres Arbeitsleben akzentuiert. Neben einem zu erwartenden Drang nach Sicherheit spüren die Menschen auch stark das Bedürfnis nach einer intakten Work-Life-Balance, mehr Flexibilität und Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit."

Herausforderungen und Arbeitgeber

Österreich, Deutschland und die Schweiz sind sich einig, dass die grösste Herausforderung zurzeit in der Unsicherheit in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Situation liegt. An zweiter Stelle hätten die Befragten Bedarf nach zuverlässigen Informationen in der aktuellen Situation.

Alle Befragten stellten ihren jeweiligen Arbeitgebern ausserdem ein gutes Zeugnis aus, wie die Studie ergab. Dabei seien vor allem die Zusammenarbeit im Team, die Massnahmen bezüglich der Arbeitssituation sowie der Umgang des Arbeitgebers mit der Situation im Allgemeinen geschätzt worden. Allerdings hätten die deutschen Befragten ihren Arbeitgebern ein deutlich schlechteres Zeugnis ausgestellt als die Schweizer und Österreicher.

Dass das Homeoffice an Beliebtheit gewonnen hat, zeigen auch die Befragungsergebnisse von GFS. Knapp 80 Prozent der Bevölkerung möchten laut dieser Befragung auch nach Corona noch von zuhause aus arbeiten. Doch gäbe es bei diesem Szenario noch offene Fragen, wie Sie hier nachlesen können.

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DPF8_180981

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