Bundesrat verweigert Exportbewilligungen

Crypto International muss Angestellte entlassen

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Die Firma Crypto International mit Sitz in Zug entlässt fast alle Mitarbeitenden. Als Grund nennt das Nachfolgeunternehmen der Crypto AG fehlende Ausfuhrbewilligungen.

(Source: Pixabay / geralt / CC0 Creative Commons)
(Source: Pixabay / geralt / CC0 Creative Commons)

Crypto International, das Nachfolgeunternehmen der Crypto AG, hat eine Massenentlassung beim Kanton Zug gemeldet. Insgesamt soll 83 der 85 Mitarbeitenden gekündigt werden, wie "SRF" berichtet. Betroffen seien überweigend Spezialisten im Bereich Cybersecurity. Bernhard Neidhart, Vorsteher des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug, hat eine von der "NZZ" publizierte Meldung über die Entlassungen bestätigt.

Dem Bericht der NZZ nach würden die Mitarbeitenden entlassen, weil der Bundesrat dem Unternehmen keine Ausfuhrbewilligungen erteilen wolle. So habe das Unternehmen zwar viele Aufträge, dürfe die bestellten Geräte und Applikationen jedoch nicht ausliefern, meint Verwaltungsratspräsident Andreas Linde gegenüber der NZZ.

Der Hintergrund dieser Entscheidung hänge mit Ermittlungen rund um die Cryptoleaks-Affäre zusammen, so SRF. Die Bundesanwaltschaft ermittle jedoch nicht wegen Spionage mithilfe manipulierter Chiffriergeräte, sondern untersuche mögliche Verstösse gegen Exportbestimmungen. Laut dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) werde nicht nur die ehemalige Crypto AG untersucht, sondern auch deren Nachfolgegesellschaften wie Crypto International.

Trotz der Gründungsgeschichte des Unternehmens habe Crypto International nichts mit der ehemaligen Crypto AG zu tun, heisst es auf der Website des Unternehmens. Man biete kaum noch Verschlüsselungs-Hardware wie Chiffriergeräte, sondern mehrheitlich Cybersecurity-Lösungen an, so Linde.

Über die Schweizer Firma Crypto AG sollen US-amerikanische und deutsche Geheimdienste über Jahrzehnte hinweg Staaten ausspioniert haben. Der Zuger Hersteller hatte manipulierte Chiffriergeräte an die halbe Welt verkauft. Seco und Parlament wussten davon, bevor die Affäre publik wurde.

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