Focus Big Data

Revolution mit Tücken

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(Quelle: Fotolia)
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Künstliche Intelligenz und Big Data haben das Gesundheitswesen schon lange erreicht. Was sie dort leisten, konnte man beispielhaft während der vergangenen Monate beobachten: "Pandemien verbreiten sich mit rasender Geschwindigkeit und würden jedes Gesundheitssystem und jede staatliche Institution überfordern, wenn wir uns nicht auf die Technologien der künstlichen Intelligenz stützen könnten", heisst es dazu etwa in einem Blogbeitrag des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Die Unmengen von Daten, die derzeit während der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden aggregiert werden, könnte ein einzelner Mensch gar nicht mehr aufnehmen. "Methoden der künstlichen Intelligenz können hier helfen, Wissen aus diesen Daten zu gewinnen und so schneller zu neuen Erkenntnissen zu gelangen."

Dieser Themenfocus gibt Einblick, wie KI- und Big-Data-Technologien auch, aber nicht nur, im Kampf gegen Corona helfen. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich (USZ) und einem Start-up entwickelt ein auf Machine Learning basierendes System zum Erkennen von Infektionswegen. Christian Barthel von Dassault Systèmes erläutert, wie mit Big Data die Ausbreitung von Aerosolen simuliert und längerfristig unter­bunden werden kann.

Marktforscher Statista ermittelte für das Jahr 2017 für KI-Technologie im Gesundheitswesen einen weltweiten Marktwert von knapp 1,5 Milliarden US-Dollar. Für 2025 prognostiziert das Unternehmen eine exorbitante Steigerung dieses Werts auf mehr als 28 Milliarden Dollar.

Doch nicht alle sehen die Entwicklung nur rosig: Roger Mathis von IT-Logix kritisiert die mangelhafte Digitalisierung in Schweizer Spitälern. Sie ist seiner Meinung nach der Grund, warum KI und Big Data etwa in der Notaufnahme ihr Potenzial noch nicht entfalten können. Christian Lovis vom Genfer Universitätsspital findet dagegen, es gebe durchaus genügend digitale Daten in der Schweiz. Das Problem sei vielmehr die fehlende Interoperabilität zwischen den verschiedenen Gesundheitsinstitutionen. Die Grenzen des Machbaren verortet Lovis derweil weniger in der Technologie denn in der Fähigkeit der Menschen, die sie einsetzen.

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