Finma will Banken erlauben, Pässe von Onlinekunden zu scannen
Um die Identität neuer Onlinekundinnen und -kunden zu überprüfen, sollen Banken künftig mittels NFC-Scan den Pass oder die Identitätskarte einlesen dürfen. Den Entwurf für die dafür notwendige Regelung legt die Finma nun zur Anhörung vor.
Die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) will Finanzinstitutionen eine neue Möglichkeit geben, um neue Kundinnen und Kunden, die sich online anmelden, sicher identifizieren zu können. Wie die Behörde in einer Mitteilung schreibt, sollen Finanzdienstleister künftig den digitalen Chip auf dem Pass oder der Identitätskarte des Neukunden einlesen dürfen.
Der Kunde scannt dafür sein ID-Dokument mit einer Smartphone-App, die wiederum den NFC-Chip im Handy anzapft. Danach werden "Personalangaben und Foto (jedoch keine weiteren biometrischen Daten)" an das Finanzinstitut übermittelt, schreibt die Finma. Das Verfahren ermögliche eine vollautomatische Online-Identifizierung mit hohem Sicherheitsstandard.
Bisher war eine Überweisung nötig
Das Einlesen des Chips in Pass oder Identitätskarte sei eine zwingend notwendige, "flankierende Sicherheitsanforderung bei der Online-Identifizierung", führt die Finma aus. "Ein gänzlicher Verzicht auf diese flankierenden Elemente würde das Sicherheitsniveau des digitalen On-boarding verringern und Missbräuche erleichtern."
Bisher mussten Finanzinstitute ihre Neukundinnen und -kunden jeweils auffordern, einen Geldbetrag von einem auf ihren Namen lautenden Konto zu überweisen, um ihre Identität sicher zu bestätigen. Künftig können Finanzinstitute auf diese Massnahme verzichten, wenn sie stattdessen die Daten aus dem NFC-Chip erfolgreich gelesen und überprüft haben.
Noch ist die neue Identifikationsmethode nicht offiziell erlaubt. Die Finma hat den Entwurf eines veränderten Kreisschreibens veröffentlicht.
Noch bis zum 1. Februar läuft die Anhörungsphase. Gemäss Finma dürften die Änderungen Mitte 2021 in Kraft treten.
Viele Banken hadern mit der digitalen Customer Journey und verspielen Goodwill, schon bevor die Kundenbeziehung richtig begonnen hat. Komplizierte Prozesse, überladene Websites und hölzerne Kundenansprachen kommen schlecht an. Es geht aber auch anders, wie Sie in diesem Fachbeitrag lesen können.
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