200 Mitglieder per Ende 2020

Google-Angestellte gründen Gewerkschaft

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von René Jaun und jor

Angestellte von Google und seiner Muttergesellschaft Alphabet haben eine Gewerkschaft gegründet, um sich etwa für Gleichstellung und ethisches Arbeiten starkzumachen. Derzeit ist die Organisation noch vergleichsweise klein und ihr Wirkungsgebiet beschränkt.

Googles Firmencampus am Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien. (Source: google.com/maps)
Googles Firmencampus am Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien. (Source: google.com/maps)

"Unsere Gewerkschaft setzt sich ein für den Schutz der Alphabet-Mitarbeiter, unserer globalen Gesellschaft und unserer Welt." Mit diesen Worten beginnt das "Mission Statement" der unlängst gegründeten Alphabet Workers Union. Es ist die neue Gewerkschaft für Angestellte von Google respektive dessen Mutterkonzern Alphabet. Die Organisation stellte sich Anfang Januar der Öffentlichkeit vor, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Man wolle allen Alphabet-Mitarbeitenden eine Stimme geben, schreibt die Gewerkschaft in ihren Leitprinzipien. Ferner setzt sie sich für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit ein. Niemand solle belästigt oder ausgegrenzt werden. Weiter solle es den Angestellten möglich sein, sich nicht an Projekten beteiligen zu müssen, wenn deren Ziele den persönlichen Werten widersprechen. Schliesslich spricht sich die Organisation dafür aus, Gesellschaft und Umwelt in den Vordergrund zu stellen, anstatt den Gewinn um jeden Preis zu maximieren. "We can make money without doing evil", heisst es dazu.

Vorerst nur in den USA

Der Konzernleitung scheint die Alphabet Workers Union nicht zu passen. Gemäss dem Bericht der FAZ habe der Google-Konzern ein Beratungsunternehmen engagiert, das dafür bekannt sei, die Bildung von Gewerkschaften bei ihren Kunden zu verhindern. Vor wenigen Jahren sorgte auch Google Schweiz für Negativschlagzeilen. Laut einem SRF-Beitrag versuchte das Unternehmen, einen Informationsanlass für die Mitarbeitenden zu verhindern, an welchem die Einführung einer Personalvertretung im Management zur Diskussion stand. In den letzten Jahren hatten Google-Angestellte auf der ganzen Welt mehrfach mehr Mitsprache gefordert und gegen fragwürdige Entscheidungen des Unternehmens protestiert.

Noch ist die Alphabet Workers Union noch überschaubar klein. "Stand Dezember haben wir mehr als 200 Mitglieder", heisst es auf der Website. Weltweit beschäftige der Konzern mehr als 130'000 Mitarbeitende, schreibt die FAZ weiter. Man hoffe auf breitere Unterstützung, zitiert die Zeitung die Organisatoren.

Aktuell ist die Vereinigung jedoch nicht für alle Mitarbeitenden offen. Derzeit können nur Alphabet-Angestellte aus den USA und Kanada Gewerkschaftsmitglieder werden – aufgrund der "Komplexität des internationalen Arbeitsrechts", wie es auf der Website heisst. Man sei aber in Kontakt mit Arbeitnehmerorganisationen in anderen Ländern und plane, eng mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Gemäss einer Umfrage von Universum vom vergangenen Frühling ist Google der attraktivste Arbeitgeber für IT-Studierende in der Schweiz, gefolgt von Microsoft und IBM. Schweizer Unternehmen belegen die nächsten zehn Plätze des Rankings.

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DPF8_202296

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