Nach Ausschreitungen in Washington

Twitter und Facebook blockieren Accounts von Donald Trump

Uhr
von Joël Orizet und mka

Nach dem Aufruhr in Washington haben Twitter und Facebook die Accounts des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump vorübergehend gesperrt. Twitter droht sogar mit einer permanenten Sperre.

(Source: Screenshot twitter.com/realDonaldTrump)
(Source: Screenshot twitter.com/realDonaldTrump)

Twitter und Facebook haben die Accounts des scheidenden US-Präsidenten vorübergehend lahmgelegt. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in der US-Hauptstadt Washington kündigte zunächst Twitter an, Trumps Nutzerkonto für 12 Stunden zu sperren - wegen "wiederholter und schwerwiegender Verstösse" gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienstes. Im Falle weiterer Verstösse droht Twitter gar damit, den Twitter-Account von Trump permanent zu blockieren.

Wenig später zog Facebook nach. Trump habe mit zwei Beiträgen gegen die Regeln des Onlinenetzwerks verstossen und werde deswegen für 24 Stunden von Facebook gesperrt, teilt ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Nachrichtenportal "Axios" mit.

Trump zeigt Sympathien für die Angreifer

Anlass für die vorübergehenden Sperren war unter anderem ein Video, in dem Trump seine Anhänger adressierte, die während der Zertifizierung der Wahlergebnisse ins Kapitol eingedrungen waren. Im Video bat Trump die gewalttätigen Demonstranten, nach Hause zu gehen. Zugleich wiederholte der abgewählte Staatschef aber auch seine unbegründeten Betrugsvorwürfe zur Präsidentschaftswahl. Zudem drückte Trump in seiner Botschaft auch Sympathien für die Angreifer an. "Wir lieben euch, ihr seid etwas ganz Besonderes", sagte er.

Für manche Experten kommt die Reaktion von Twitter, Facebook & Co. zu spät, wie die deutsche "Tagesschau" berichtet. Kommunikationswissenschaftlerin Jennifer Grygiel erklärt im Beitrag die Ereignisse am Kapitol als direkte Folge von Trumps Nutzung von Online-Plattformen für die Verbreitung von Propaganda und Falschinformationen. Die Plattformbetreiber sollten eine gewisse Verantwortung für ihre eigene Untätigkeit tragen, sagt sie. Die Entscheidung dieser Tech-Firmen, Trumps Video zu entfernen, sei zu wenig und komme zu spät. Die sozialen Medien seien darin verwickelt, weil Trump sie wiederholt dazu genutzt habe, um Gewalt zu schüren.

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