Geheimnisvoller Analytics-Konzern

Palantir baut Europa-Hub im Kanton Schwyz

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von Joël Orizet und kfi

Der umstrittene Analytics-Konzern Palantir lässt sich im Kanton Schwyz nieder. In Altendorf will das Unternehmen einen Europa-Hub aufbauen.

(Source: palantir.com)
(Source: palantir.com)

Palantir eröffnet eine Niederlassung im Kanton Schwyz. Der US-amerikanische Anbieter von Datenanalysen will in Altendorf einen Europa-Hub aufbauen. Für den Kanton ist es ein Coup, wie die "Handelszeitung" berichtet. Denn es sollen nicht nur Briefkästen montiert, sondern auch Arbeitsplätze geschaffen werden.

In einem ersten Schritt sucht Palantir 20 bis 40 Software Engineers. "Es werden qualifizierte Arbeitsplätze sein", sagte der Vorsteher des kantonalen Amts für Wirtschaft Urs Durrer gegenüber der Zeitung.

Palantir hat gemäss Handelsregister bereits zwei Zweigniederlassungen in der Schweiz. Eine in Zürich und eine in Genf. Palantir-CEO Alex Karp schätze die Schweiz als pragmatischen Wirtschaftsstandort – und wegen der Langlaufloipen, schreibt die "Handelszeitung" weiter.

Das erste Geld kam vom Geheimdienst

Palantir ist ein Unternehmen des deutschstämmigen Investoren Peter Thiel, der auch Paypal gründete und Mark Zuckerberg beim Aufbau von Facebook finanziell unterstützte. Auch in das datenschutzrechtlich fragwürdige Unternehmen Clearview hat Thiel investiert.

Umstritten ist Palantir unter anderem aufgrund seiner Verbindungen zu Geheimdiensten. Das Unternehmen bekam eine Anschubfinanzierung vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA. Zu den Kunden zählen unter anderem der US-Abhördienst NSA, die US Army und die US-Bundespolizei FBI. Sie nutzen Palantirs Software, um verdächtige Datenmuster zu entdecken – etwa mit dem Ziel, Terroristen und Drogenschmuggler ausfindig zu machen.

Zu den Kunden von Palantir zählen allerdings auch Unternehmen – beispielsweise die Credit Suisse. Einer der ersten privatwirtschaftlichen Kunden war die Bank JP Morgan Chase. Wie die "NZZ" berichtet, setzte die US-amerikanische Investmentbank die Software von Palantir ab 2009 dazu ein, um Angestellte zu überwachen, die "aus dem Ruder laufen" könnten. Allerdings endete die Zusammenarbeit, nachdem die interne Revision die Software nutzte, um das Topmanagement auszuspionieren.

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