Management

Führen aus der Distanz – so klappt es

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von Bernhard Böttinger, selbständiger Berater im Bereich Leadership

Wir haben unser Leben lang daran gearbeitet, die Kommunikation von Person zu Person zu verbessern. Doch heutzutage brauchen wir als Führungskräfte ganz neue Fähigkeiten. Moderne Führungskräfte können mit einigen pragmatischen Massnahmen Engagement, Energie und Produktivität ihrer Mitarbeitenden auch aus der Distanz hochhalten.

Bernhard Böttinger, selbständiger Berater im Bereich Leadership. (Source: zVg)
Bernhard Böttinger, selbständiger Berater im Bereich Leadership. (Source: zVg)

Das Arbeiten im Homeoffice ist durch die fortdauernde Pandemie topaktuell und auf dem besten Weg, zur «neuen Normalität» für uns zu werden. Trotz der Lernkurve im Jahr 2020 stehen auch heute noch viele Führungskräfte vor signifikanten Herausforderungen, wenn es um die Zusammenarbeit mit ihren Remote-Teammitgliedern geht. Zu den Herausforderungen gehören die fehlende persönliche Interaktion bei der Abstimmung und Aufsicht der Arbeiten und der teilweise fehlende Zugang zu Informationen. Fordernd sind ferner soziale Isolation und Ablenkung bei der Arbeit im Homeoffice. Schliesslich besteht die Gefahr, dass sich organisatorische Silos verstärken oder zementieren.

Moderne Führungskräfte können mit einigen pragmatischen Massnahmen Engagement, Energie und Produktivität ihrer Mitarbeitenden auch aus der Distanz hochhalten. Wir befinden uns immer noch in einer Lernkurve, weil wir in massivem Umfang Neues ausprobieren – und werden ohne Zweifel mitunter frustrierende Momente durchleben. Doch mit einer positiven Grundeinstellung und den folgenden acht Tipps klappt es von Sitzung zu Sitzung immer besser. Meine persönliche Erwartung ist, dass wir Führungskräfte die Krise zum Erproben und Lernen neuer Fähigkeiten nutzen werden. Das Gelernte wird uns gewiss eine erheblich grössere zeitliche und örtliche Flexibilität und Unabhängigkeit bei der Gestaltung unserer täglichen Arbeit erlauben.

  1. Neue Spielregeln: Definieren Sie klar, wann und wie oft das gesamte Team zusammenkommt und zeigen Sie auf, wie Sie sicherstellen werden, dass alle wichtigen Informationen fliessen und sich niemand isoliert fühlen muss.

  2. Morgen-Sprint: Beginnen Sie den Arbeitstag mit einem 15-minütigen Videocall. Dort können Sie Kontakt herstellen, einen positiven Startpunkt setzen, noch einmal an die Ziele erinnern und sich über anstehende Herausforderungen abstimmen.

  3. «Persönlicher» Kontakt: Für Videocalls aktivieren grundsätzlich alle Teilnehmenden die Kamera. Dies erleichtert den Austausch, weil Emotionen, Körpersprache und Mimik besser erkennbar sind.

  4. Virtuelle Kaffee-Ecke: Beginnen Sie die Meetings mit einem kurzen Ritual aus Fragen und informellen ­Neuigkeiten – so wie Sie es auch bei einem persönlichen Meeting machen würden. Feiern Sie auch Geburtstage, Dienst-Jubiläen und andere Ereignisse.

  5. Bewegung: Motivieren Sie die Teilnehmenden, auch mal aufzustehen, sich zu bewegen oder zu strecken und während des Meetings herumzulaufen. Wie bei einem physischen Meeting wirken kurze Pausen mindestens ein Mal pro Stunde wahre Wunder.

  6. Direkter Austausch: Führen Sie Eins-zu-eins-Videocalls mit den Teammitgliedern. Seien Sie sehr zurückhaltend, diese Meetings abzusagen – sie sind ein Gradmesser für Respekt, Aufmerksamkeit und Fürsorge der Führungskraft.

  7. Schalter-Öffnungszeiten: Blockieren Sie sich bewusst gewisse Zeiten, zu denen Sie für Fragen und kurze Gespräche erreichbar sind.

  8. Echte Empathie und Energie-Level: Achten Sie besonders genau auf die Signale der Teammitglieder. Oft hilft schon etwas Humor, wie ein lustiges Bild oder Video zu teilen. Wenn Sie Muster oder Regelmässigkeiten bei einer Person feststellen, gehen Sie der Ursache in einem Einzelgespräch auf den Grund.

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