Nach Übernahme von ITpoint

Update: Sharp drängt ins Geschäft mit IT-Services

Uhr
von Joël Orizet und cka

Nach der Übernahme des Schweizer IT-Dienstleisters ITpoint gründet Sharp einen europäischen Geschäftsbereich für IT-Services. Der japanische Elektronikkonzern erklärt den Ausbau des Servicegeschäfts zur obersten Priorität.

Der ehemalige Hauptsitz von Sharp in Osaka, Japan. (Source: Otsu4 / CC BY-SA 3.0 / commons.wikimedia.org)
Der ehemalige Hauptsitz von Sharp in Osaka, Japan. (Source: Otsu4 / CC BY-SA 3.0 / commons.wikimedia.org)

Update vom 24.03.2021: Sharp hat einen europaweiten Geschäftsbereich für IT-Services gegründet. Der japanische Elektronikhersteller will auf diese Weise sein Servicegeschäft ausbauen und künftig auch "umfassende Lösungen für die digitale Transformation" anbieten, darunter auch IT-Sicherheitsdienste und Systemüberwachung, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Basis für den neuen Geschäftsbereich bilden zwei Übernahmen: 2019 kaufte Sharp das britische Unternehmen Complete I.T. (CIT); und erst kürzlich folgte der Zukauf des Rotkreuzer IT-Dienstleisters ITpoint.

Als Chef des neuen Geschäftsbereichs fungiert gemäss Mitteilung CIT-Gründer Colin Blumenthal, den Sharp nun zum Vice President IT Services Europe ernannte. Der Ausbau der neuen Abteilung habe für den Konzern "oberste Priorität", lässt sich Blumenthal in der Mitteilung zitieren. "Dies ist ein wichtiger strategischer Meilenstein, der Sharp in Europa entscheidend voranbringt und es uns ermöglicht, weiterhin zu investieren."

Für das neue Serviceangebot richtete Sharp einen Helpdesk in Warschau ein. Von dort aus will das Unternehmen mehrsprachigen Support anbieten.

Originalmeldung vom 17.03.2021: ITpoint wird japanisch. ITpoint hat den Besitzer gewechselt. Der Schweizer IT-Dienstleister gehört nun dem japanischen Elektronikhersteller Sharp. Dieser übernahm sämtliche Firmenanteile per 12. März. Für ITpoint-Gründer Roland Singer ist der Verkauf eine Nachfolgelösung, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der Sitz von ITpoint in Rotkreuz. (Source: itpoint.ch)

"Nach knapp zwanzig Jahren Aufbauarbeit ist für mich der Moment gekommen, eine nachhaltige Nachfolgelösung für mein Unternehmen und damit auch für unsere Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftspartner zu finden", lässt sich Singer in der Mitteilung zitieren. Mit Sharp habe er sich für einen Käufer entschieden, "der uns die einzigartige Möglichkeit bietet, unsere Vision weiterhin unter dem bekannten ITpoint-Marktauftritt, mit derselben Organisationsstruktur und der Unterstützung unseres bestehenden ITpoint-Teams weiterzuverfolgen".

Singer werde "aktiv mit ITpoint verbunden bleiben" und die Ziele des Unternehmens weiterverfolgen. Über den Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben.

Sharp schielt auf den Schweizer Markt

Sharp will durch den Deal ein neues Business aufbauen. Der japanische Konzern möchte das Kerngeschäft von ITpoint zu seinem strategischen Geschäftsbereich weiterentwickeln. Demnach drängt Sharp in den Schweizer Markt für Managed Services, Cloud-Dienste, Systemintegration und IT-Beratung.

"Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Markt in Europa", sagt Alexander Hermann, President Sharp Information Systems Europe. Durch die Übernahme könne das Unternehmen hiesigen Kunden "künftig noch umfangreichere Leistungen aus einer Hand anbieten".

ITpoint beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 90 Mitarbeitende. Das Unternehmen sitzt in Rotkreuz und hat weitere Standorte in Gümligen und Meyrin.

Im vergangenen September übernahm ein anderer japanischer Konzern ein Schweizer Softwareunternehmen: Die Bankensoftwareschmiede Avaloq gehört nun NEC. Der Avaloq-Hauptsitz bleibt in Freienbach, und auch am Management soll sich vorerst nichts ändern, wie Avaloq-CEO Jürg Hunziker anlässlich der Bekanntgabe der Übernahme sagte.

Sharp und NEC machen gemeinsame Sache im Geschäft mit Digital Signage. Vor einem Jahr gründeten die beiden Unternehmen ein Joint Venture, das die Signage-Displays von NEC vermarkten soll.

Webcode
DPF8_210461

Kommentare

« Mehr