Schweizer App analysiert Alkoholkonsum von Jugendlichen
Um konkrete Daten über den Alkoholkonsum von Jugendlichen zu sammeln, haben Forscher am Idiap in Martigny eine App und Algorithmen der künstlichen Intelligenz entwickelt, die Bilder und den Ton von mit Smartphones aufgenommenen Videos analysieren.
Mit der Wiedereröffnung der Terrassen wird die Bedeutung der Prävention von Alkoholkonsum unter Jugendlichen wieder zu einem aktuellen Thema für die Gesundheitspolitik. Es fehlen jedoch konkrete Daten, um effektive Strategien zu entwickeln. Ausgehend von dem Grundsatz, dass Studien, die auf Selbsteinschätzungen basieren, oft voreingenommen und nicht ausreichend objektiv sind, haben Forscher des Idiap-Instituts in Martigny eine Anwendung entwickelt, die mit künstlichen Intelligenz (KI) den Alkoholkonsum von Jugendlichen besser verstehen will.
Im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Projekts Dusk2Dawn analysieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe von KI die Bilder und den Ton von Videos, die von Freiwilligen über eine eigens entwickelte App aufgenommen wurden. Die Algorithmen bestimmen den Umgebungslicht-Pegel, den Schallpegel und die Anzahl der Personen. Ziel sei es, verlässliche Zusammenhänge zwischen dem Alkoholkonsum und dem Umfeld der Teilnehmenden herzustellen. Die Diskretion der App wurde durch verschiedene ethische Verfahren sichergestellt, schreibt das Idiap.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLOS ONE publiziert. Die Forschenden stellten signifikante Korrelationen zwischen den Messungen der App und dem Alkoholkonsum fest. Er sei höher an privaten Orten, an lauten und stärker frequentierten Orten sowie in dunkler Umgebung. Beim Vergleich der Algorithmus-Analyse mit den kommentierten Daten zeigten die Ergebnisse auch, dass die Einschätzungen der Teilnehmenden manchmal weniger konsistent gewesen sind. "Dieser auf Smartphone-Sensoren basierende Ansatz ist nicht nur innovativ, sondern wir haben auch gezeigt, dass er zuverlässige und relevante Ergebnisse liefert", sagt Florian Labhart, ein mit Idiap arbeitender Public-Health-Forscher und Hauptautor der Studie.
Der digitale Leistungsdruck hat nachgelassen, Social Media wird weniger genutzt und die Skepsis gegenüber dem Weitergeben von Daten bleibt bestehen - ausser es bringt etwas im Alltag. Das und mehr geht aus einer Studie von Sotomo im Auftrag von Sanitas hervor. Mehr dazu, lesen Sie hier.
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