Wegen Urheberrechtsverletzung

Sony zieht gegen Schweizer NPO Quad9 vor Gericht

Uhr
von Leslie Haeny und jor

In einem Urheberrechtsstreit hat Sony eine einstweilige Verfügung gegen Quad9 erwirkt. Die Non-Profit-Organisation hat seit Kurzem ihren Sitz in der Schweiz und will den Gerichtsentscheid nicht auf sich sitzen lassen.

(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)
(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)

Sony hat beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die seit Kurzem in der Schweiz ansässige Non-Profit-Organisation (NPO) Quad9 erwirkt. Wie "Heise" berichtet, geht es beim Rechtsstreit um Urheberrecht. Quad9 betreibt einen globalen öffentlichen Domain-Name-Service (DNS). DNS-Server konvertieren Domain-Namen zu IP-Adressen. Mehr dazu und zu Quad9s Umzug in die Schweiz lesen Sie hier.

Laut "Heise" ist Quad9 verpflichtet, den Zugang zu einer Domain zu unterbinden, die per Sharehoster Alben von Sonys Musiklabel zugänglich macht. Sonst drohe eine Ordnungsstrafe in Höhe von 250'000 Euro. Das Gericht befand, dass Quad9 nicht wie ein Internet Service Provider oder Domainregistrar von den üblichen Haftungsprivilegien für reine Mittler gedeckt sei.

Mit Quad9 hat sich Sony im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen einen eher kleinen Fisch ausgesucht. Die Organisation gilt als kleinster unter den grossen öffentlichen DNS-Anbietern. Laut "Heise" hat die NPO lediglich einen Anteil von 1 Prozent am Resolvermarkt. Dagegen würden 14 Prozent der normalen DNS-Anfragen und nochmal 15 Prozent der zunächst erfolglosen Anfragen über Google laufen.

Quad9 will sich wehren

Quad9 will die einstweilige Verfügung nicht auf sich sitzen lassen. Wie "Heise" schreibt, kündigte Bill Woodcock, Stiftungsratspräsident von Quad9, an, dass sich die NPO wehren werde. Nicht Quad9s Grösse, sondern der Umstand, dass Quad9 als einziger grosser DNS-Resolver nicht mehr in den USA ansässig sei, habe Sony zur Erwirkung der einstweiligen Verfügung veranlasst, sagt Woodcock gegenüber dem Nachrichtenportal.

Weiter beklage der Stiftungsratspräsident die Art des Verfahrens. So hatte Quad9 nur wenige Stunden Zeit, um auf das Schreiben von Sony zu reagieren. Es sei am 26.3.2021 verschickt worden, mit Fristsetzung am selben Tag bis 16 Uhr.

Übrigens: Besser lief es für für die Betreiber der Rezept-App Prepear. Sie konnten sich mit Apple über das Logo des kleinen Unternehmens einigen. Der iPhone-Hersteller befand das birnenförmige Logo von Prepear ursprünglich als dem eigenen Logo zu ähnlich. Eine sehr kleine Änderung sorgte aber dafür, dass sich die Firmen einigten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Webcode
DPF8_220849

Kommentare

« Mehr