Aufbaukosten von über 9 Millionen Franken

Kanton Zürich digitalisiert den Winterdienst

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von René Jaun und pwo

Der Winterdienst im Kanton Zürich soll digitalisiert und zentralisiert werden. Die dafür nötigen Wetterstationen und Software lässt sich der Kantonsrat über 9 Millionen Franken kosten. Längerfristig soll der Kanton jährlich eine halbe Million einsparen können.

(Source: Pei Lin / Fotolia.com)
(Source: Pei Lin / Fotolia.com)

Noch entscheiden im Kanton Zürich Angestellte der verschiedenen Werkhöfe, welche Strassen im Winter geräumt werden sollen, oft aufgrund selbst durchgeführter Kontrollfahrten. Doch wie "Züri Ost" berichtet, soll der Winterdienst bald digitalisiert und zentralisiert werden. Dazu hat der Kantonsrat nun einen Objektkredit in der Höhe von 9,2 Millionen Franken bewilligt.

Mehr Wetterstationen, mehr Software

Aus der Vorlage zum Geschäft geht hervor, dass das Tiefbauamt aktuell ein Netz von 68 Wetterstationen bewirtschaftet, die mehrheitlich auf nationalen Strassen und kantonalen Autobahnen installiert sind. Für eine Zentralisierung des Winterdienstes brauche es zusätzliche 70 bis 100 Wetterstationen. Die von diesen Stationen empfangenen Informationen müssten danach zusammengeführt und von einem Strassenwetterprognosedienst aufbereitet werden.

Aufgerüstet werden müssen auch die Einsatzfahrzeuge: Sie seien mit Prozessdaten-Kommunikationsmodulen auszurüsten, heisst es in der Vorlage. Schliesslich soll der Kanton auch noch ein Einsatzleitprogramm schaffen, welches anhand der gesammelten Daten die Einsätze plant.

Jährlich eine halbe Million Franken gespart

Es sei wichtig, die Arbeitsprozesse den heutigen Technologiestandards anzupassen, heisst es in der Begründung für den Kredit. Zudem könne dank der datenbasierten Arbeitsweise die Arbeitseinsätze genauer geplant werden. Dadurch falle etwa die Salzbelastung durch den Winterdienst für die Umwelt geringer aus. Dank des Fahrzeugtrackings werde es möglich, die Flotte besser auszulasten und effizienter kantonsweit, einzusetzen. Die manuelle Rapportierung fällt aufgrund der digitalen Administrationsprozesse weg.

Mit dem neuen Konzept könne der Kanton pro Jahr eine halbe Million Franken sparen, heisst es bei Züri Ost. Laut der Vorlage gibt der Kanton Zürich jährlich 18,5 Millionen Franken für den Winterdienst aus. Der Kantonsrat nahm die Vorlage zur Digitalisierung des Winterdienstes am 31. Januar 2022 mit 168 Stimmen an.

Unlängst hat der Kanton Zürich sein digitales Berufswahl-Portal aufgefrischt. Neu gibt es dort etwa kostenlose Firmenportraits. Mehr dazu lesen Sie hier.

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