Kritisches Denken statt blindes Vertrauen

Papst fordert Sensibilisierung und Transparenz im Umgang mit KI

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von Valentina Graziano und cka

Papst Leo XIV. will am Welttag der sozialen Kommunikationsmittel der "dunklen Seite" der KI entgegenwirken. Denn der Mensch werde immer mehr zum "passiven Konsumenten unreflektierter Gedanken". Dabei sollen auch CEOs und Entwickler nicht nur an Gewinnmaximierung und Ausschöpfung der kulturellen Archive für ihre KI-Modelle denken.

(Source: Vatican.va)
(Source: Vatican.va)

"Unsere Gesichter und Stimmen sind einzigartige, unverwechselbare Merkmale jedes Menschen; sie offenbaren die einmalige Identität einer Person und sind die bestimmenden Elemente jeder Begegnung mit anderen" - so beginnt Papst Leo XIV. seine Mitteilung zum 60. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel. Damit will das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche dafür sensibilisieren, die eigene Identität zu schützen, und zugleich zu kritischem Denken anregen, um Missbrauch durch KI zu verhindern.  

Der Papst betont in seiner Mitteilung, dass einige Unternehmen hinter dieser "enormen unsichtbaren Kraft stecken, die uns alle beeinflusst", wie "The Register" berichtet. Dies lasse erhebliche Bedenken hinsichtlich der oligopolistischen Kontrolle von algorithmischen Systemen und künstlicher Intelligenz aufkommen. Die Verantwortlichen für Onlineplattformen sollen ihr Geschäft nicht allein am Profit ausrichten, und Entwickler sollen mehr Wert auf Transparenz legen. Dabei fordert er eine eindeutige Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, um journalistische und andere menschliche Inhalte zu schützen.

KI verwandelt den Menschen laut dem Papst in "passive Konsumenten unreflektierter Gedanken". Auch wenn KI bei vielen Aufgaben unterstützen kann, sei langfristig unsere kognitive, emotionale und kommunikative Fähigkeit in Gefahr, da man sich auf künstliche statistische Zusammensetzungen stütze. "Es bedeutet, dass wir unser Gesicht verstecken und unsere Stimme zum Schweigen bringen", wie der Papst weiter schreibt.

Die digitalen Innovationen zu stoppen, ist laut Leo XIV. nicht das Ziel, sondern diese Werkzeuge lenken zu können und sich ihrer Zwiespältigkeit bewusst zu sein. "Wir müssen die Gabe der Kommunikation als die tiefste Wahrheit der Menschheit schätzen, an der sich auch alle technologischen Innovationen orientieren sollten."

 

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