Softwareanbieter setzen trotz Verbot weiterhin auf Geoblocking
Software kostet in der Schweiz oft mehr als in angrenzenden Ländern. Anbieter verhindern zudem per Geoblocking, dass Nutzerinnen und Nutzer mit Schweizer IP-Adressen die günstigeren EU-Preise einsehen können. Der Konsumentenschutz fordert, dass Unternehmen diese seit 2022 verbotene Praxis einstellen.
Viele Softwareanbieter verlangen in der Schweiz höhere Preise als etwa in Deutschland oder anderen EU-Ländern. Die Leistungen sind aber meist dieselben, weshalb es keine plausible Erklärung für die Preisunterschiede gibt, wie der Konsumentenschutz schreibt. Davon betroffen seien hauptsächlich private User und KMUs.
Laut Mitteilung hat der Konsumentenschutz die Preise von zehn Software- und Cloudlösungen verglichen. Die Unterschiede seien teils immens: Ein Abo von Jimdo Start koste etwa in der Schweiz 24 Franken pro Monat, während man in Deutschland monatlich nur 12.20 Euro bezahle. Dabei sei es nicht möglich, ohne entsprechendes VPN den Euro-Preis einzusehen. Diese Praxis nennt sich Geoblocking und wird gemäss Mitteilung auch von weiteren Anbietern betrieben, die Teil des Vergleichs sind.

(Source: zVg)
Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie die Untersuchung zeigt. So hätten Microsoft 365 Single und Norton 360 Standard zwar höhere Schweizer Preise, würden aber kein Geoblocking betreiben. Vorbildhaft seien auch Dropbox und pCloud: Die Abos der beiden Cloud-Anbieter würden in der Schweiz gleich viel kosten wie in Deutschland.
Die Stiftung für Konsumentenschutz hat laut Mitteilung bei den acht Unternehmen mit höheren Preisen nachgefragt, wie sie die Unterschiede erklären. Nur die Hälfte habe geantwortet und die Praxis mit Argumenten wie "lokalen Marktbedingungen" und Wechselkursschwankungen gerechtfertigt.
Seit 2022 ist Geoblocking in der Schweiz verboten, wie der Konsumentenschutz weiter schreibt. Deshalb fordere die Organisation, dass betroffene Unternehmen diese Praxis nun unterlassen.
Übrigens: Der Konsumentenschutz hat Anfang März 2026 zusammen mit der Digitalen Gesellschaft eine Petition gegen betrügerische Onlinewerbung eingereicht. Lesen Sie hier mehr dazu.
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