AWS bringt generative KI auf den Desktop
AWS lanciert mit Amazon Quick einen neuen KI-Assistenten für den Desktop. Er soll als persönliche Assistenz direkt auf dem Rechner arbeiten und auf lokale Dateien, Anwendungen und Daten aus verschiedenen Quellen zugreifen können.
Viele Arbeitnehmende verbringen mehr Zeit mit der Suche nach Informationen als mit deren eigentlicher Nutzung. Der Arbeitskontext ist über Dutzende Anwendungen verstreut - von E-Mails über lokale Dateien und Cloud-Dienste bis hin zu Projektmanagement-Tools. Bestehende KI-Lösungen arbeiten oft nur innerhalb ihres eigenen Ökosystems. Amazon Quick, der neue KI-Assistent von AWS, soll dieses Problem lösen, indem er als zentrale Schnittstelle direkt auf dem Desktop agiert.
Der Assistent verbindet sich dazu im Hintergrund mit lokalen Ordnern, dem Kalender, E-Mails und anderen Anwendungen. Die Software lerne aus jeder Interaktion und werde dadurch zunehmend personalisiert und proaktiv, teilt AWS mit. Die KI soll den Arbeitsstil, die relevanten Kontakte und den geschäftlichen Kontext verstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tools könne Quick die User aus den "walled gardens", also aus den geschlossenen Ökosystemen einzelner Anbieter, befreien und nahtlos mit Diensten wie Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Teams, Salesforce oder Zoom zusammenarbeiten, verspricht AWS.
Ein Wissensgraph, der Arbeitsweisen nachvollziehen soll
Der Kern von Amazon Quick ist ein persönlicher Wissensgraph. Dieser entsteht, indem das Tool fortlaufend Dokumente indexiert und aus Interaktionen lernt. Fragt man den Assistenten etwas, stützt er seine Antwort auf diese organisationsinternen Daten, anstatt Informationen spontan im Web zu suchen. So merkt sich die KI beispielsweise Präferenzen, wichtige Teamkontakte oder Stilrichtlinien des Unternehmens. Diese Informationen lassen sich laut Mitteilung in "Shared Spaces" auch im Team teilen.
Als Beispiel nennt AWS eine Person aus dem Vertrieb, die nach einem Geschäftsabschluss eine Notiz verfassen muss. Quick könne aus seinem "Langzeitgedächtnis" die relevanten Anspruchsgruppen für den Verteiler identifizieren, Details zum Abschluss aus einer früheren Nachricht ziehen und basierend auf vergangenen Projekten nächste Schritte für das Team vorschlagen.
Von reaktiver zu proaktiver Unterstützung
Die meisten KI-Werkzeuge sind reaktiv: Man gibt einen Befehl und erhält eine Antwort. Quick soll dagegen kontinuierlich im Hintergrund laufen und die User proaktiv auf wichtige Ereignisse aufmerksam machen. So soll der Assistent beispielsweise vor einem Meeting relevante Dokumente, E-Mails oder Chat-Verläufe bereitstellen, ohne dass man danach fragen muss. AWS verspricht, dass die analysierten Daten privat bleiben und nicht zum Training von Modellen für andere Kundinnen oder Kunden zum Einsatz kommen.
Darüber hinaus stellt AWS folgende Funktionen des KI-Tools vor:
- Eigene Apps erstellen: Eine Vorschauversion ermöglicht es, mit Anweisungen in natürlicher Sprache Apps, Dashboards oder Websites zu generieren, die mit Live-Daten verbunden sind.
- Inhalte generieren: Quick kann direkt in der Benutzeroberfläche Dokumente, Präsentationen oder Bilder erstellen, die auf den jeweiligen Anlass zugeschnitten sind.
- Tiefe Integration: Neue Erweiterungen für Microsoft 365, ebenfalls in der Vorschau, bringen Quick direkt in Outlook, Word, Powerpoint und Excel.
Apropos KI-Assistenten: OpenAI lancierte Ende April sein bislang leistungsfähigstes KI-Modell - mehr dazu lesen Sie hier.
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